Vorm Ende der Amtszeit: Straffes Programm für Brunnenmädchen

Stephanie Lippert vertritt als Hoheit seit zwei Jahren den Ort Kurbad Schlema in ganz Deutschland. Im Herbst endet ihre Wahlperiode - bis dahin ist aber noch jede Menge zu tun.

Bad Schlema.

Der Terminkalender von Stephanie Lippert ist prall gefüllt. Am vergangenen Wochenende stand für das Bad Schlemaer Brunnenmädchen wieder einmal eine wichtige Veranstaltung an. Zusammen mit rund 20anderen Prinzessinnen und Königinnen aus ganz Deutschland nahm sie im thüringischen Ziegenrück an einem Hoheitentreffen teil. In zwei Wochen ist sie erstmals auf dem Bockauer Wurzelfest vertreten, wo eine neue Wurzelkönigin gekrönt wird. Darauf folgt am letzten Augustwochenende die Schleizer Modenacht.

Bis zum Ende ihrer Amtszeit im Oktober ist Stephanie Lippert nahezu an jedem Wochenende unterwegs. Sie sagt: "Den Großteil der Veranstaltungen besuche ich allerdings freiwillig, nur wenige Veranstaltungen sind Pflichttermine. Im Laufe der zwei Jahre habe ich viele Freundschaften geschlossen, die ich dadurch pflegen kann."

Früher waren die Badefrauen das Symbol des Kurortes Schlema - heute vertritt das Brunnenmädchen diese Rolle und verkörpert in moderner Form das wieder entstandene Kurbad. Laut Gemeindeverwaltung ist sie eine Art Botschafterin, die in ganz Deutschland unterwegs ist, um das Radonheilbad noch bekannter zu machen.

Die Nachfolge für Lipperts hoheitlichen Job ist bereits gesichert. Das Amt übernimmt eine Auerin. Ihr Namen ist allerdings noch streng geheim. "Wenn sich niemand beworben hätte, wäre ich wahrscheinlich nochmals angetreten", meint Stephanie Lippert. "Die beiden Jahre waren für mich unheimlich erlebnisreich." Unterstützung erhielt sie immer wieder von ihrem Freund, der sie oft auf Reisen begleitet hat.

Allerdings ist die 25-Jährige auch ein wenig erleichtert, endlich einen Schlussstrich ziehen zu können. "Das Privatleben bleibt ein Stück weit auf der Strecke", sagt sie. "Deswegen würde ich mir für die Zukunft wünschen, dass es in Bad Schlema zwei Hoheiten gibt, die sich ins Ehrenamt reinteilen", sagt sie mit Blick auf Kommendes. Außerdem hat sie den Vorschlag gebracht, für ihre Nachfolgerin ein zweites Kleid anzuschaffen. Sie sagt: "Bei Veranstaltungen wird die Robe jeden Tag getragen, demzufolge muss diese dementsprechend oft gewaschen werden." Außerdem wäre es ihrer Meinung nach ratsam, wenn die neuen Brunnenmädchen nicht ins kalte Wasser geworfen würden und die Gelegenheit bekämen, ihre Amtsvorgängerin einmal bei einem Auftritt zu begleiten. Denn ganz einfach sei der Job nicht. Wie Stephanie Lippert berichtet, gab es Momente, in denen sie daran zweifelte, ob sie die richtige Besetzung für das Brunnenmädchens ist. "Ich habe zum Teil andere Hoheiten getroffen, die sich extrem zickig verhalten haben", sagt sie. "Die dachten, sie wären etwas Besseres."

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