VORSICHT SATIRE: RÜCKBLICK AUF DIE WOCHE : Ihr könnt mich mal ... im Wald besuchen

Einige würden gern abholzen. Andere ärgert es, wenn abgeholzt wird. Und noch andere forsten wieder auf.

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Aber manchmal sieht man auch vor lauter Bäumen nichts. Ein Lied davon singen können Besucher von Aussichtstürmen, die den ersten Teil dieser Bezeichnung nicht (mehr) verdienen. Wenn entnervte Wanderfreunde die Treppen wieder herunterkraxeln, haben sie zwar Zapfen gesehen, nicht aber den Horizont. Von postkartenreifen Rundum-Ausblicken kann derzeit weder auf der Morgenleithe noch auf dem Kuhberg die Rede sein. Weil die Turm-Erbauer nicht damit rechneten, dass Fichten höher als zehn Meter wachsen? Nein, diese Vermutung ist ein Holzweg. Vielmehr stellt die erstarkte Spezies des Waldhüters das Wohl des Baumes über das des ewig gestrigen Fernglasguckers.

Nun ist es aber nicht etwa so, dass gar nichts mehr abgeholzt wird. Das passiert sowohl im Kleinen, wie auf einem totholzgefährdeten kommunalen Grundstück in Antonsthal, als auch im Großen, wie bei Eibenstock und Sosa. Da machen sich Forstleute unbeliebt, weil sie beliebte Wege monatelang unpassierbar machen. Angeblich sollen Verleiher von Nordic-Walking-Stöcken und Anbieter von Kutschfahrten schon ans Auswandern denken - oder zumindest an einen Branchenwechsel.

Wenigstens auf unseren Fußballplätzen wird wieder geholzt, ohne dass gleich die Untere Naturschutzbehörde vorstellig wird. Allen, die das wirkliche Abholzen bedauern, sei gesagt: Es wird auch aufgeforstet! Und sei es erst mal nur ein Baum - wie die geplante Luther-Eiche auf dem Schwarzenberger Ottenstein.

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