VORSICHT SATIRE: RÜCKBLICK AUF DIE WOCHE : Wölfe als Schlitzohren

Wie das Kultusministerium den Wald im Erzgebirge rettet und das Handwerk mehr Nachwuchs findet

Der Wolf schleicht durch das Märchenland - Verzeihung, durchs Erzgebirge. Und er hat jetzt das erste Mal blutige Spuren hinterlassen. Da der örtliche Experte - dem Geißlein in der Wanduhr gleich - nicht aufzutreiben war, wurde ein Archäologe gerufen. Der war ohnehin gerade in Bad Schlema, um ein morsches Holzrad auszubuddeln. Er schlug vor, die gerissenen Schafe zu vergraben. In 500 Jahren könne man dann sicher sagen, dass sie tot seien.

Auch ein Hilfeersuchen bei Horst Seehofer gab es. Der Innenminister solle sofort die Grenzen zu Tschechien schließen, da von dort die Wölfe gekommen wären, verlangten einige Politiker im Wahlkampfmodus. Doch Seehofer verwies darauf, dass er auch für die Heimat zuständig sei und der Wolf zur deutschen Kulturgeschichte gehöre. Schließlich habe er jahrelang Wolffs Revier im Fernsehen gesehen.


Mit einer bewährten Methode zur Lösung des Problems meldete sich schließlich das Sächsische Kultusministerium. Ähnlich wie der Lehrermangel mit Quereinsteigern bekämpft wurde, solle der Wolf zum Borkenkäfer-Fresser umgeschult werden. Nur so sei der Wald noch zu retten. Die Heimatfreunde aus Waschleithe schlagen dagegen vor, die Wölfe auf Miniatur zu schrumpfen. So könnten sie keinen Schaden anrichten, müssten aber auch nicht abgeschossen werden. Die Handwerkerinnung dagegen will die Wölfe, um den fehlenden Nachwuchs auszugleichen, auf die Walz schicken. Dann kämen sie so schnell nicht zurück, die Schlitzohren.

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