Wanderfreunde trotzen dem Regen

Der König-Albert-Wandertag ist alljährlich ein Höhepunkt in der Region. Doch diesmal hat das Wetter den Organisatoren einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht.

Grünhain-Beierfeld.

Schon sehr früh am Morgen hat das Handy Anette Sandmann, die Vorsitzende des Erzgebirgszweigvereins Markersbach, aus dem Bett geholt. Mehrfach hatte es eingehende Nachrichten signalisiert. In der Whatsappgruppe der Wanderfreunde wurde übers Wetter diskutiert. Einige wollten beim ersten Blick aus dem Fenster einen Rückzieher machen. "Die eine meinte, sie bleibe lieber auf dem Sofa. Andere bezweifelten, dass wir bei diesem Regenwetter überhaupt loslaufen", berichtet Anette Sandmann.

Doch dann sprach oder besser schrieb Wanderleiterin Irmhild Hänel ein Machtwort. Sinngemäß hieß es in ihrer Nachricht, dass man die Tour verkürzen würde und die Startzeit nach hinten verlegt. Darüber hinaus gebe es kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung. "Eigentlich wollten wir 9 Uhr starten und etwa sieben bis acht Kilometer wandern. Aber wir sind erst 10.30 Uhr losgelaufen und von Grünhain aus auf dem kürzesten Weg zum Spiegelwald", sagt Wanderleiterin Hänel. "Letztendlich sind aber alle mitgekommen - keiner blieb zuhause", freut sich Anette Sandmann. So mobilisierten die Wanderfreunde des EZV Markersbach immerhin 25 Mitglieder und Freunde, die beim König-Albert-Wandertag trotz strömenden Regens mit dabei waren.


Doch warum tut man sich das bei solchem Wetter an? "Der Wandertag auf dem Spiegelwald ist stets bestens organisiert. Außerdem kommen immer ganz viele Gruppen, man trifft viele Freunde", sind sich Sandmann und Hänel einig. "Ein Erzgebirger kennt doch keine Angst vorm Wetter", meint Sandmann und freut sich, dass die Gruppe am Ende fast trockenen Fußes vom Fischteich in Grünhain bis auf den Spiegelwald laufen konnte.

Mit 23 Wanderfreunden machten sich die Mitglieder des EZV Raschau auf den Weg. "Unser Startpunkt war der Norma-Parkplatz in Beierfeld. Eigentlich hatten wir eine große Tour über acht Kilometer geplant, wollten den alten Bahndamm entlang laufen", sagt Dieter Weisflog, der in Raschau die Fäden als Wanderleiter zusammenhält und einen dicken Faden mit den Markersbachern spinnt. Aber auch sie hatten sich aufgrund des Regens für eine veränderte Route entschieden. Weil die Strecke kürzer war als ursprünglich geplant, schlossen sich auch Rolf (85) und Helga (84) Herrmann an. "Drei bis vier Kilometer am Stück schaffen auch wir noch", sagt das Ehepaar. Und Rolf Herrmann meint: "Wir haben extra die Regenjacken aufgetragen." Auch sie gehören zu den treuen Fans des Wandertags, der in einer Art Sternwanderung - eigentlich aus acht Orten und Richtungen - auf den Spiegelwald führt. "Es ist echt schön hier oben", sagen sie. Die Musik sei gut, das Treffen von Bekannten angenehm und auch die Gastronomie passe. Die Raschauer EZV-Wandergruppe habe bisher keinen der zwölf König-Albert-Wandertage verpasst. Drei ganz unerschrockene Wandersleute kamen zu Fuß sogar aus Crottendorf oben an. 20 Kilometer legten sie zurück. Seit 7.30 Uhr waren sie auf den Beinen und erreichten das Ziel kurz vor 12 Uhr.

Wie in jedem Jahr hatte der Tourismuszweckverband Spiegelwald sogar eine Blaskapelle engagiert, die für gute Stimmung sorgte. Höhepunkt war die Ausgabe der Wanderwimpel durch Lauter-Bernsbachs Bürgermeister Thomas Kunzmann. Die Fahnen zieren jetzt die verschiedenen Wimpelbäume.

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