Weihnachtskonzert mit frivoler Note

Das Vokalensemble "Harmonovus" hat in der"Goldnen Sonne" in Schneeberg "Goldene Zeiten" gefeiert. Natürlich fehlte der Kaktus nicht.

Schneeberg.

Ein elegantes Konzert für den noblen Herrn und die mondäne Dame hat das Vokalensemble "Harmonovus" am Sonnabend in der "Goldnen Sonne", dem feinen Haus Fürstenplatz in Schneeberg, serviert. Dargeboten wurde ein "Kaktus zur Weihnacht" nebst anderen Kuriositäten aus den vermeint-lich "Goldenen Zwanzigern" des vorigen Jahrhunderts.

Zuerst kam ein Weihnachtsmann herein, sorgte für gute Stimmung für den darauf folgenden frivolen Teil: "Sie waren sehr, sehr brav!" Woher wusste er das? Um Nachfragen zu unterbinden, verteilte der Weihnachtsmann kleine Kakteen im Publikum. Zur Einstimmung sangen die Herren harmlos: "Die Liebe kommt, die Liebe geht." Und bald darauf einen Zacken schärfer: "Und wenn die ganze Welt zusammenfällt." Dieses lustige Inferno untermalten sie mit Nasenquäken hinter vorgehaltenen Händen. Das Konzert mit Martin Ackermann (Tenor), Gustav Augart (Bariton) und Christian Herrmann (Bass und Klavier) moderierte der singende Psychologe Frederik Haarig (Tenor), der Gründer von "Harmonovus."

Besonders viel Spaß machte eine schmissige Instrumental-Parodie. Mit "Diraudidoo" und "Blululuwawaa" schufen die Vokalisten die Illusion einer Band. Im Mittelpunkt des Ensembles stehen jedoch Songs der berühmten Comedian Harmonists, wie "Mein kleiner grüner Kaktus". Ohne die neuen Medien der damaligen Zeit gebe es die "Comedian Harmonists" nicht. Schallplatten, Rundfunkempfänger, Stummfilme und viele Kinos machten es möglich. In den prosperierenden großen Städten gab es neben Opium in den Theatern frivole Nacktvorstellungen.

Aus dem bibelfesten Erzgebirge ist so etwas nicht überliefert. Erst in den 1950ern und später betrank man sich in Aue im Café "Röckchen hoch", im Lokal "Temper", gegenüber dem Kino "Glückauf-Lichtspiele". In Spanien ging es nicht anders zu: "Isabella von Kastilien, pack deinen Utensilien!" sangen die Harmonovus-Herren mit großen Hüten und roten Schals und wollten, dass die Isabella nach Spanien kommt. Die erzgebirgischen Toreros hatten beim Singen knappe Damenkleidchen für den Unterbauch in den Händen und legten sie sich auf die scharfen Hüte. Diese Darbietung fand verdächtigerweise besonders viel Beifall.

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