Weiter warten auf Funkkontakt zur ISS

Chatten mit Astro-Alex - das wurde gestern nichts am Zwönitzer Gymnasium. Aber es soll ein neuer Anlauf genommen werden.

Zwönitz.

Für die Zwönitzer Gymnasiasten und die Amateurfunker vom Ortsverband Aue/Schwarzenberg stand es gestern 17.30 Uhr fest: Es wird nichts mit dem Funkkontakt zu Alexander Gerst auf der ISS. Da hatte man es bereits ein zweites Mal versucht, "auf gut Glück, ohne Rückbestätigung von der Nasa", erklärte Heiko Meier, der das Projekt seit etwa drei Jahren am Matthes-Enderlein-Gymnasium betreut.

Man hatte es zumindest versuchen wollen, nachdem es zum offiziellen Termin 90 Minuten zuvor nicht geklappt hatte. Geladene Gäste, Schüler des Gymnasiums, Eltern und Großeltern der neun am Projekt beteiligten Nachwuchsfunker sowie die betreuenden Amateurfunker hatten sich in der Aula versammelt. Heiko Meier blickte noch einmal zurück auf den langen Weg bis zu dem gestrigen Tag, der eigentlich der Höhepunkt des Projektes werden sollte. Der Zwönitzer Amateurfunker hatte vor über zwei Jahren den Antrag bei Ariss (Amateur Radio on the International Space Station) für einen Funkkontakt gestellt. Fast hatte er die Hoffnung schon aufgegeben, da kam im Januar 2018 die Zusage. Daraufhin warb er mit einem Vortrag vor zwei 8. Klassen am Gymnasium um Interessenten für den Aufbau einer Funkergruppe. Von anfangs 13 Schülern sind neun dabei geblieben.

Seitdem wurde intensiv an der Vorbereitung des Kontakts gearbeitet. Vier der neun Schüler haben unterdessen auch ihre Amateurfunk- lizenz abgelegt. Zu ihnen gehört Franz Wabnitz. Der 14-Jährige stand gestern als Erster vor dem Mikrofon. Er wollte die Frage stellen, in welcher Zeitzone man auf der ISS lebt. Als die anberaumte Zeit für den Funkkontakt herangerückt war, ließ sich zunächst nur ein Rauschen vernehmen. Die Minuten verstrichen, der vereinbarte Ruf der Schule in Kaiserslautern, mit der sich die Zwönitzer in die elf Minuten Gesprächszeit teilen wollten, blieb aus. Stattdessen meldete sich die ISS. Allerdings wurde nach Braunschweig gerufen, nicht nach Zwönitz. Irritierte Blicke, Kopfschütteln und hoch gezogene Augenbrauen bei Heiko Meier. Seine Rufversuche zur ISS wurden ignoriert. Was war passiert? Es wurde spekuliert: Hatte Gerst den falschen Zettel erwischt? Das hätte man vermuten können, weil einen Tag später eine Schule in Braunschweig mit dem Funken an der Reihe gewesen wäre. Wie Heiko Meier zu einem späteren Zeitpunkt erfuhr, lautete die aktuelle Erklärung, dass die Nasa an Gerst das falsche Protokoll ausgegeben hatte. Nämlich das für Dienstag, und das schrieb ihm vor, dass er das Deutsche Raumfahrtzentrum in Braunschweig rufen sollte. "Deshalb hat er uns ignoriert", erklärt Heiko Meier. Er bleibt aber optimistisch, denn ihm sei mitgeteilt worden, dass sich die Zwönitzer für einen erneuten Versuch in den kommenden Tagen bereit halten sollten.

Als der erste Versuch gescheitert war, warb der Amateurfunker um Verständnis bei den anwesenden Gästen: "Es kam schon öfter vor, dass Schulen bei ihren Versuchen gescheitert sind, dann bekamen sie eine neue Chance." Auf die hoffen jetzt auch die Schüler.

Dennoch war den meisten von ihnen gestern die Enttäuschung anzumerken. Schließlich hatte es auch eine große mediale Aufmerksamkeit gegeben. "Schade, dass es nicht geklappt hat, aber wir wollen die Gelegenheit nutzen, allen zu danken, die uns unterstützt haben", sagte Franz Wabnitz, nachdem es beim zweiten Versuch für einen Funkkontakt nur beim Rauschen geblieben war. "Der ganze Aufwand hat sich trotzdem gelohnt, es hat ja nicht an uns gelegen."

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1Kommentare
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  • 0
    0
    mariog
    14.08.2018

    Es ist wie in der Politik. Da haben einige Politiker auch schon längst den Funkkontakt zur Bevölkerung verweigert.



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