Wer traut sich Herrenhof-Betreibung zu?

Das denkmalgeschützte Gebäudeensemble in Erla steht komplett saniert ab Februar 2019 für Nutzer zur Verfügung. Die Stadt Schwarzenberg sucht aber noch - jemanden, der die Zügel in die Hand nimmt.

Erla.

Der Herrenhof Erla an der stark befahrenen Karlsbader Straße ist wieder ein Hingucker. Die Sanierung ist außen schon weit gediehen, auch die Innenarbeiten sind vorangeschritten. "Ab Februar 2019 steht das komplett sanierte Gebäudeensemble mit Innen- und Außenbereich für Nutzer zur Verfügung", sagt Sylvia Mack, Hauptamtsleiterin in Schwarzenberg. Die Stadt ist Eigentümerin des Herrenhofs, der als Teil des Unesco-Weltkulturerbe-Projekts Montanregion Erzgebirge zum kulturellen und touristischen Ziel für Besucher aus dem In- und Ausland werden dürfte. Was die Stadt aber noch nicht hat: einen Betreiber, jemanden, der die Zügel für das zentral gelegene, voll erschlossene Gesamtobjekt in die Hand nimmt.

Eine erneute Ausschreibung gab es im Juni. Der dabei genannte späteste Abgabetermin für Bewerbungen ist der kommende Freitag. "Wir hoffen sehr, dass sich ein engagiertes Unternehmen zur Betreibung des Herrenhofs findet", sagt Mack. "Der Interessent sollte ein Herz für dieses historische, denkmalgeschützte Gebäudeensemble haben, Lust auf Neues mitbringen, auch Kreativität und tolle Ideen, nicht zuletzt den Mut zum Betreiben eines Cafés." Mit dem Fall, dass sich kein "Generalpächter" findet, muss sich die Verwaltung aber ebenso beschäftigen, räumt die Hauptamtsleiterin ein.

Konzipiert sind im Erdgeschoss ein Hofcafé und ein Hofladen, eine Ausstellung des Eisenwerks Erla, ein Ausstellungsbereich für Kulturgut des Heimat- und Mundartschriftstellers Manfred Blechschmidt sowie eine Schauküche und Kreativwerkstätten. Das Obergeschoss bietet unter anderem Platz für Projekträume im Südflügel und für Kreativräume im Ostflügel. Ein Filzworkshop und das Herstellen von Werkzeugen und Musikinstrumenten gehören zu den denkbaren Mitmachangeboten. Der Herrenhofsaal, an dessen Wänden drei historische Bau- und Gestaltungsphasen nachvollzogen werden können, ist für feierliche Anlässe und zum Beispiel Vorträge geeignet.

In den Startlöchern sitzt der Heimat- und Schulverein Erla-Crandorf, der die Blechschmidt-Schau einrichten wird. "Das Mobiliar steht bereit, Bücher, Manuskripte, Unterlagen werden sortiert", erklärt Vereinsvorsitzende Gisela Schmidt. Was die Suche nach einem Betreiber betrifft, meint sie: "Sollte die Stadt mit der Ausschreibung keinen Erfolg haben, halte ich die Stadtwerke, die Freizeit- und Servicegesellschaft und die Wohnungsgesellschaft für mögliche Kandidaten. Auch über die kann ja eine Untervermietung erfolgen."

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