Wie kommt Bauschutt in Schutzzone?

Das Referat Umwelt des Landratsamts ermittelt nach einem Hinweis zu einem Vergehen im Trinkwasserschutzgebiet. Nun läuft die Suche nach dem Verursacher.

Geyer.

Abgelagerter und teilweise planierter Bauschutt in beziehungsweise an einem Trinkwasserschutzgebiet bei Geyer beschäftigt gegenwärtig das Landratsamt des Erzgebirgskreises. Nachdem der Hinweis eines Bürgers in der Behörde eingegangen war, hat ein Vor-Ort-Termin stattgefunden. Anders als vom Hinweisgeber vermutet, handele es sich bei dem Material aber nicht um Aushub, der zuvor im Auftrag der Stadt auf dem Parkplatz am Fernsehturm gelagert war.

Der städtische Bauschutt, der vom Abriss einer Villa stammt, wurde in Rückegassen im kommunalen Wald eingebaut, die nicht in einem Trinkwasserschutzgebiet liegen. Das war im Vorfeld abgestimmt. Das Referat Umwelt des Landratsamts geht daher beim jetzt kritisierten Geschehen von einem anderen Verursacher aus. Das Material stamme sehr wahrscheinlich aus einer Erschließungsmaßnahme. "Zum Verantwortlichen für die getätigten Ablagerungen müssen weitere Ermittlungen erfolgen", erklärte Katja Peter aus der Pressestelle.

Das vorgefundene Material liegt in der Nähe des Heideteichs. In den Ablagerungen finden sich zum Teil Asphaltbrocken, aber ebenso alte Rohrstücke, Kunststoff und andere Dinge. Unmittelbar daneben weisen Schilder auf ein Trinkwasserschutzgebiet hin. "In der Regel dürfen auslaugbare Materialien dort nicht abgelagert oder eingebaut werden. Inwieweit das hier zutrifft, ist noch zu prüfen", informiert die Landratsamtssprecherin. Sollte es sich um einen Verbotstatbestand handeln oder sollten von den Ablagerungen Gefahren ausgehen, müssen diese zurückgebaut werden.

Grundsätzlich bedürfe das Verwerten von Abfällen, zum Beispiel ein beabsichtigter Einbau von mineralischen Abfällen in Rückegassen, keiner abfall- oder bodenschutzrechtlichen Genehmigung. Gleichwohl habe die zuständige Behörde aber darüber zu wachen, dass abfall- und bodenschutzrechtliche Vorschriften eingehalten und auferlegte Pflichten erfüllt werden.

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.