Wismut-Halde entwickelt sich zum Johann'städter Stadtpark

Reichlich eine Million Euro hat der Bergbau- sanierer in die Halde 42 gesteckt. Das war nicht die letzte Investition an dieser Stelle. Ein Gönner der Stadt hat große Pläne.

Johanngeorgenstadt.

Noch ist die 12.500 Quadratmeter große Fläche an der Schwefelwerkstraße nahezu kahl, aber das soll sich bald ändern. In einem ersten Schritt wurden am Donnerstag zwei Ahornbäume gepflanzt. Sie stammen aus dem sogenannten Altstadtwald von Johanngeorgenstadt, der ohnehin ausgelichtet werden muss, wie Bürgermeister Holger Hascheck (SPD) erklärte. Auch die Bäume, die in den nächsten Wochen hinzukommen, sollen zum überwiegenden Teil aus dem Altstadtwald herüberwechseln. "Damit ist sichergestellt, dass sie die Winter in Johanngeorgenstadt überstehen", sagte Hascheck.

Die symbolische erste Pflanzung nahm der Bürgermeister gemeinsam mit Manfred Speer vor, dem Projektleiter für die sächsischen Altstandorte der Wismut. An dieser Stelle wurden von 1947 bis 1954 Uranerz gefördert und Abraum aufgeschüttet. In den zurückliegenden Monaten hat die Wismut die Halde abgeflacht und besser gegen Austritt des radioaktiven Edelgases Radon abgedichtet. 1,1 Millionen Euro hat das gekostet und Johanngeorgenstadt einen neuen Stadtpark beschert. Der Wald, der in den Jahrzehnten seit dem Ende des Bergbaus gewachsen war, und der vor den Arbeiten gerodet werden musste, soll im Herbst an anderer Stelle wiederaufgeforstet werden, sagte Projektleiter Speer. Der Bewuchs auf der jetzt flachen Halde soll licht bleiben.

Ein neuer Weg verbindet nunmehr die Riesenpyramide mit dem Pferdegöpel. Am Wegesrand begegnen Spaziergänger dem Zug der Exulanten, lebensgroßen Holzfiguren, die an die Gründerväter der Bergstadt erinnern. Ein paar Schritte weiter können Interessierte einen Blick in die Tiefe werfen. Die Wismut hat den gemauerten Altbergbauschacht von 1796, den sie selbst für ihre ersten Schritte bei der Uranförderung nutzte, erhalten. "Da legen wir noch Licht", sagte Speer, der allen an der Sanierung Beteiligten dankte. "Große Projekte stemmen, das geht heute nur noch gemeinsam."

Beteiligt ist auch Siegfried Ott, Geschäftsführer der Autotechnik Johanngeorgenstadt GmbH, der seiner Stadt die Riesenpyramide, den Riesenschwibbogen und die Exulantengruppe gestiftet hat. In den nächsten Tagen will er auf der sanierten Halde eine Sitzgruppe aus Edelstahl mit einem Holzrelief der Altstadtkirche aufstellen. Das Relief wird von den örtlichen Schnitzern gestaltet. Des weiteren kündigte Ott den Bau eines Glaspavillons an, 20 mal 10 Meter, in dem Schnitzer, Klöppler, Maler und andere Künstler künftig ihre Arbeiten zeigen sollen. "Ich denke, hier haben wir gemeinsam ein Zentrum geschaffen, das von Urlaubern und der Bevölkerung angenommen wird", sagte Ott.

Im Rahmen ihres Altstandorte-Programmes hat die Wismut in Johanngeorgenstadt bislang 43 Millionen Euro verbaut. 14 Objekte sollen in den nächsten Jahren noch folgen.

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