Wo Adam Ries auf Arzgebirgisch grüßt

Selbst gestaltete Zeichnungen und Zeilen in Mundart: Das macht neue Postkarten aus Annaberg-Buchholz aus. Gestaltet wurden sie von Ines Rechenberger und Michael Klepsch. Ideen hat die Geschäftsfrau noch mehr.

Annaberg-Buchholz.

Mit Augen, Nase und Lächeln kommt der Turm von St. Annen daher. Schließlich ist diese gezeichnete Version auf einer neuen Postkarte aus Annaberg-Buchholz zu finden - und zwar mit selbst gedichteten Zeilen auf Arzgebirgisch. In diesem Fall haben sie etwas mit den Bewohnern des Kirchturms zu tun. "In dr Bargstadt höchster Bleibe, wuhnt dr Türmer un sei Weibe. Winkt ihr emol zum Kirchturm nauf, do grießt's zerick un ruft... ,Glück Auf'", heißt der kleine Gruß. Und davon gibt es dank Ines Rechenberger aus der Kreisstadt und ihrem Lebensgefährten Michael Klepsch verschiedene Varianten - alle mit Übersetzung ins Hochdeutsche auf der Rückseite.

Die Grüße sind komplett selbst gestaltet - inklusive der Zeichnungen, die wie die passenden Zeilen dazu von Michael Klepsch stammen. Die weitere Gestaltung übernahm Ines Rechenberger am Computer, wo sie die Darstellung soweit vereinfacht hat, dass das Ganze druckbar wurde. Dabei kommt die Inhaberin des Annaberg-Buchholzer Geschäfts "Sinneswandel" aus dem Fach, sie hat lange Zeit in der Werbung gearbeitet. "Kreatives hat mich schon immer interessiert", sagt sie.

Als Vorlage für die neuen Karten dienten Bleifstift-Zeichnungen. Das Frohnauer Hammerwerk, die Annaberg-Buchholzer Nachtwächter, das Annl mit dem Kannl aus dem gleichnamigen Lied: Alles Motive, die nun samt passendem Spruch auf die Reise gehen können. Neben dem Design haben sie eine weitere Gemeinsamkeit: Alle enden mit "Glück Auf", dem typischen Gruß im Erzgebirge. "Wir wollen auch eine Winter-Edition gestalten", erklärt Ines Rechenberger.

Seit knapp drei Jahren betreibt sie ihren Laden an der Großen Kirchgasse. "Der Wunsch, etwas Eigenes zu machen, hat mich ein Leben lang begleitet", sagt die Geschäftsfrau. Zunächst hatte sie als junge Frau Maschinenbauzeichnerin gelernt, dann den Beruf gewechselt. Sie arbeitete lange in einer Drechslerei - wo sie als Malerin begann und dann den Beruf der Drechslerin erlernt hat. Es folgte die Arbeit in der Werbebranche - ebenfalls in einem kreativen Bereich. Und nun will sie auch in ihrem Laden zum Teil eigene Dinge entwickeln. Neben den Postkarten ist das etwa das Annaberger Stadtsäckel - mit selbst gestaltetem Aufdruck.

"Es soll die Stadt Annaberg in die Welt tragen", sagt die Geschäftsfrau. Das tun auch die Postkarten, auf denen natürlich einer nicht fehlen darf: Adam Ries. Er hat eine tröstliche Botschaft auf Arzgebirgisch für seine Leser parat: "Das Einmaleins ist ned jeden sein's. Drum guck ned esu bies. Adam Ries."

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