Wohnen mit Schmetterlingsbad

Der Neubau am Pflegeheim in Antonshöhe steht. Doch bevor es zur beabsichtigten Kapazitätsaufstockung kommt, dauert es noch ein paar Monate.

Antonshöhe.

Die Freude ist groß bei den derzeit 68 Bewohnern des Pflegeheims der Erzgebirgischen Krankenhaus- und Hospitalgesellschaft (EKH) in Antonshöhe. In den zurückliegenden Wochen haben sie endlich die neuen Zimmer im Anbau bezogen, der in der Bauzeit von nur einem Jahr entstanden ist.

Ein Neubau, oder vielmehr ein Ersatzneubau, auf dem Gelände an der Bergstraße 9. Allerdings durch einen Gang verbunden mit dem Bestandsobjekt Bergstraße 11. Investiert in den Neubau wurden 3,6 Millionen Euro. Die neue Sonnenterrasse wird bereits rege genutzt, ebenso der große und freundliche Gemeinschaftsraum mit Küche. 36 neue Bewohnerzimmer sind hinzugekommen. Zwei Doppelzimmer, sonst alles Einzelzimmer. Aber die haben ein "Schmetterlingsbad", wie sie Heimleiterin Gabriele Geidel nennt. Das bedeutet, dass zwei benachbarte Zimmer eine Nasszelle gemeinsam nutzen. Und dennoch hat jeder seinen eigenen Zugang zum Bad.


Christine Nierhoff lebt seit 2012 im Heim in Antonshöhe. Bislang hat die 68-Jährige, die aus Chemnitz stammt, in einem Zimmer gewohnt, in dem es nur ein Waschbecken mit Spiegelschrank gab. Sowohl die Dusche als auch Toiletten waren gemeinschaftlich zu nutzen - auf der Etage. "Mir hat das nichts ausgemacht, aber es war nicht so schön", sagt die ehemalige Wirtschaftsgehilfin. Mit großem Interesse habe sie jedoch das Wachsen des Neubaus verfolgt. Schließlich konnte sie vom Fenster ihres Zimmers aus genau den Bau beobachten.

Auch in ihrem neuen Zimmer hat sie einen schönen Blick ins Grüne. "Es ist sehr schön, mir gefällt es hier sehr gut", sagt sie. Der Wohnraum ist etwas größer. Das Bett wie in einer Nische, sodass nun reichlich Platz zwischen Bett und dem restlichen Möbel ist. Späterhin einen Rollator zu Hilfe zu nehmen, ist in diesem Zimmer kein Problem mehr.

Dass sich Christine Nierhoff nun mit ihrer Zimmernachbarin ein Bad teilt, findet sie gut. Sie zeigt die geräumige, ebenerdige Dusche und erwähnt die Haltegriffe am großen Waschbecken, die Sicherheit verleihen. "Aber ich brauch' noch einen Duschhocker", bringt sie bei dieser Gelegenheit gleich mal als "Auftrag" an. Wohnbereichsleiter Christian Becher sagt: "Ist bereits notiert, Frau Nierhoff." Zufrieden lächelnd setzt sich die 68-Jährige wieder zurück an den Tisch und schaltet ihren CD-Player ein. Sie liebt Musik, vor allem Schlager und Volksmusik.

Die angestrebte Kapazitätserweiterung auf späterhin 90 vollstationäre Pflegeplätze wird im Heim der EKH in Antonshöhe allerdings erst im April 2020 erreicht sein, erklärt Heimleiterin Gabriele Geidel. In den kommenden Wochen werden die nun frei gezogenen Bewohnerzimmer im Haus an der Bergstraße 11 renoviert, heißt es. Dafür wendet die EKH weitere rund 200.000 Euro auf, sagt Geschäftsführer Thoralf Bode. Das Zimmer, in dem Christine Nierhoff bisher gewohnt hat, wird übrigens keinen "Nachmieter" beherbergen. "Das wird künftig ein Garderobenraum fürs Personal", so Geidel.

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