Wurfgeschosse zerstören Garagendach

In Bernsbach ist guter Rat teuer: Wer wirft Sachen vom Grundschulgelände in ein Nachbargrundstück? Die Schäden sind groß. Die Verwaltung schaltet sich nun erneut ein.

Lauter-Bernsbach.

Ein auf den ersten Blick eigenartiges Sammelsurium ist den Stadträten von Lauter-Bernsbach noch direkt vor Beginn ihrer jüngsten Sitzung ins Auge gefallen. Die "Ausstellung" der besonderen Art hatte eine Einwohnerin sorgsam aufgebaut, um ihr Problem so anschaulich wie möglich zu machen. Immer wieder landen auf ihrem Garagendach Steine, Bälle, Seile und so mancher Unrat - und das seit Jahren. Die Wurfgeschosse segeln vom Grundschulgelände zu ihr herüber, sagte die Anwohnerin. "Ich weiß mir bald nicht mehr zu helfen. Und nun ist das Dach kaputt."

Es müsse dringend repariert werden, da es durch defekte Stellen marode sei. Die auf der Schulbank drapierten Sachen fassen dabei laut der Bernsbacherin gerade einmal jene Gegenstände, die während der vergangenen vier Wochen auf ihrem Grundstück gelandet seien. Die Gefahr ist enorm - denn auch Steine verschiedener Größe dienen als Wurfobjekt. "Ich sammle regelmäßig ab, mein ganzer Schuppen ist voll von solchem Zeug. Das macht wirklich keinen Spaß mehr und belastet mich sehr", so die Frau. Das Problem ist der Verwaltung durchaus bekannt, wie Bürgermeister Thomas Kunzmann (Freie Wähler) sofort bestätigte. "Der Sache ist nicht leicht beizukommen. Das ärgert auch uns", sagte er. Denn mehrfach schon habe es Gespräche mit Schulleitung und Hortpersonal gegeben. Dabei schiebe es der eine auf den anderen, nie sei wirklich geklärt, wer wann Sachen auf die Garage schleudert. Das Schulteam spreche vom Nachmittag. Doch im Hort wolle es auch keiner bemerkt haben. "Es wurde mir versichert, dass auch mit den Eltern noch einmal gesprochen wird", so Kunzmann. Nur sei bislang nichts passiert, obwohl das Dilemma bereits mehrfach Thema war.

Auch baulich sei bisher keine wirklich fruchtbare Lösung in Sicht, ein Bauzaun vorerst nur als Übergang zu sehen. Nun müsse auch geklärt werden, wie der Anwohnerin bei der Sanierung des Dachs geholfen werde. Denn woher die Wurfgeschosse kommen, sei nicht abzustreiten. Selbst Gespräche mit Erziehern, Lehrern und Eltern blieben bisher ergebnislos, so das Stadtoberhaupt. Bärbel Sachse (CDU) zeigte sich empört. "Da muss man doch was machen können. Zum Beispiel in einem Dienstgespräch oder einem Gespräch auch mit unserem Gremium", sagte die Rätin, die selbst Lehrerin ist. Dienstgespräche habe es laut Thomas Kunzmann in der Vergangenheit schon dreimal gegeben. Dennoch wolle man nun auch zum wiederholten Mal per Elternbrief auf das Problem aufmerksam machen. Damit sei nicht zu spaßen, zumal manche Kinder sogar über den Zaun auf das Dach klettern, wie die betroffene Anwohnerin berichtete. "Da geht es sechs Meter tief runter. Das ist eine große Gefahr", mahnte sie.

Es passiere auf jeden Fall etwas, versicherte Kunzmann. "In dieser Form kann der Zustand nicht bleiben. Auch müssen wir sehen, wie wir bei der Sanierung des Dachs helfen können." Dringend sind unter anderem neue Schweißbahnen nötig, damit das Dach schnell wieder dicht werde. "Wir gehen das an und reparieren das falls nötig auf eigene Kosten", so Kunzmann.

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