Altersmediziner kann sich eigenen Ruhestand nicht vorstellen

Internist mit Leib und Seele ist Peter Thomaßen, der aus dem Rheinland stammt. Längst könnte er in Rente gehen. Doch am Schneeberger Bergarbeiterkrankenhaus wartet im Bereich der Altersmedizin noch eine wichtige Aufgabe auf ihn.

Neuer Leiter der Abteilung Altersmedizin im Schneeberger Bergarbeiterkrankenhaus ist Internist Peter Thomaßen. Neben ihm bei der Visite: Mandy Ebert, leitende Stationsschwester.

Von Anna Neef

Ein Sorglos-Paket für ihre Bedürfnisse schnüren: Das will Chefarzt Peter Thomaßen im Bergarbeiterkrankenhaus in Schneeberg Patienten im höheren Lebensalter, sprich Senioren, während des Klinikaufenthalts bieten. Als Internist mit Leib und Seele verfüge er über ein großes diagnostisches Spektrum, wenngleich er mit 67 selbst nicht mehr der Jüngste ist. "Ich kann mir ein Leben im Ruhestand noch nicht vorstellen", so der gebürtige Rheinländer.

In Schneeberg macht er seit dem Sommer als neuer Chefarzt das zweite Mal Station, will das 1947 von der Wismut gegründete Krankenhaus im Bereich Altersmedizin auf den neuesten Stand bringen - in Verbindung von Innerer Medizin und Akutgeriatrie. Die Demografie gebe den Takt vor. "Es wird mehr ältere Patienten geben", so Thomaßen. Da seien effektive Behandlungskonzepte wichtig. "Denn oft haben ältere Menschen mehrere Beschwerden gleichzeitig", so Thomaßen. Will heißen: Mit körperlichen Defiziten - etwa nach Schlaganfall, Sturz oder Herzinfarkt - gehen oft psychische Probleme einher. Demenz sei auch ein großes Thema. "Wir wollen alle Bereiche der Nachsorge und Rehabilitation enger verzahnen", so Thomaßen.

Dabei reicht das Leistungsspektrum von Kardiologie mit EKG und Lungenfunktionsdiagnostik über Untersuchungen der Arterien und Nierengefäße bis zu Magen- und Darmspiegelungen, Ultraschalldiagnostik und anderen Techniken, etwa endoskopische Interventionen wie Punktionen und Steinentfernungen.

In der Akutgeriatrie gehe es zudem vor allem darum, die Eigenaktivität der Patienten zu fördern, sie zu fordern und ihre soziale Teilhabe zu stärken. Deshalb gehören zum Team nicht nur drei Ober- und drei Assistenzärzte, sondern auch qualifiziertes Pflegepersonal sowie Physio- und Ergotherapeuten, Logopädin, Sozialarbeiterin und Psychologin. Alle Felder greifen bei der Genesung der Patienten ineinander.

Thomaßen selbst ist seit 1989 auf Geriatrie spezialisiert. Seine berufliche Laufbahn begann in Krefeld, er war leitender Ober- und später Chefarzt, ehe er ins Havelland wechselte und ab 2009 eine geriatrische Klinik mit Standorten in Rathenow und Nauen aufbaute - mit 70 stationären Betten und 30 Tagesklinikplätzen. Mit dem formalen Rentenalter schied er aus und sprang von Anfang 2017 bis Anfang 2018 als Vertretung in Schneeberg ein. "Es folgten ein paar Monate Pause, ehe ich zufällig über Kollegen von hier wieder herfand, weil die Stelle offen war."

Sein Erst-Wohnsitz bleibt das Havelland, aber die Erzgebirger hat er auch ins Herz geschlossen: "Offene Menschen, herzlich und einfühlsam." Sein Ziel: Die Altersmedizin mit insgesamt 60 Betten neu ausrichten, stabilisieren und einen Nachfolger heranziehen.

"Ich denke, meine langjährige Berufserfahrung hilft da viel. Gern gebe ich mein Wissen in der täglichen Arbeit weiter."

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