Falsche Händler im Erzgebirge unterwegs

Mit einer Betrugsmasche sind Senioren um mehrere tausend Euro gebracht worden. Die Polizei sucht weitere Geschädigte.

Aue/Schwarzenberg.

Mit einer raffinierten Betrugsmasche sind falsche Pelzhändler auch im Erzgebirge unterwegs. Nach einem Bericht in der "Freien Presse" meldete sich ein 72-Jähriger, der auch mit den dubiosen Geschäftsleuten zu tun hatte. "Ich hatte auch den Prospekt von den Händlern im Briefkasten. Ich rief die angegebene Rufnummer an und bot einen Lammfellpelzmantel meiner Mutter zum Kauf an", sagte der Senior. Der Mann habe darauf bestanden, vorbeizukommen. Noch am selben Tag sei ein BMW vorgefahren und zwei Herren stellten sich vor. Für zwei Mäntel wurden dem Rentner 2800 Euro geboten.

"Ich hatte mit 50 Euro pro Stück gerechnet." Mit Verweis auf den Flyer, wo ganz klein gedruckt "Ankauf in Verbindung mit Gold" steht, hätten die Herren nun nach Schmuck gefragt. "Als wir den Besitz von Gold verneinten, hakten sie mehrfach nach. Als wir bei unserem Standpunkt blieben, verließen uns die Händler", so der Erzgebirger. So blieb der Senior vermutlich vor der Masche verschont, auf die ein Ehepaar aus Limbach-Oberfrohna Ende Juni reingefallen war. Nach Angaben der Polizei nahmen dort die Händler Schmuck zum Schätzen mit. Dafür hinterließen Sie 250 Euro. Sie kündigten an, später die Pelzmäntel holen zu wollen und dabei dann die Restsumme für den Schmuck zu begleichen. Dazu kam es nicht. Der Wert des Schmucks wurde auf 4500 Euro geschätzt.

Auch im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Aue sind zwei ähnliche Betrugsfälle bekannt geworden. Am 4. Juli erstatte ein 80-jähriger Mann aus Eibenstock Anzeige, nachdem er einen Tag zuvor über eine Telefonnummer auf einem Flyer einen Termin für einen vermeintlichen Verkauf von Antiquitäten vereinbart hatte. Am 3. Juli, gegen 14.30 Uhr, erschienen zwei Männer bei dem Senior, welche sich als Antiquitätenhändler ausgaben. "Anschließend sicherten sie den Kauf von diversem Mobiliar für einige tausend Euro zu. Für die Abwicklung des Geschäfts forderte das Duo von dem Mann jedoch den Verkauf von mehreren Gramm Altgold", teilte ein Polizeisprecher mit.

Letztlich erhielten die mutmaßlichen Betrüger sechs Goldringe sowie zwei Goldketten mit einem geschätzten Wert von 600 Euro. Sie bezahlten dafür 22 Euro und verschwanden mit dem Schmuck.

Mit der gleichen Masche gingen Unbekannte am Abend des 10. Juli in Lößnitz vor. Dort hatten zwei Männer den Kauf eines Pelzmantels vorgetäuscht und waren letztlich mit insgesamt fünf Goldringen, drei Goldketten sowie zwei Paar Ohrringen gegen eine Barzahlung von 30 Euro verschwunden. Die Geschädigte (78) beziffert den ihr entstandenen Verlust auf rund 1500 Euro.

Aufgrund dieser Fälle sucht die Polizei weitere Betroffene. Hinweise zu den Händlern und Taten werden vom Polizeirevier Aue, Telefonnummer 03771 120, oder jeder anderen Dienststelle entgegengenommen.

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