Frau Pech hat Glück mit ihrem Garten

Eine Spiellandschaft ist am Kindergarten "Haus Sonnenschein" in Hormersdorf entstanden. Sie gehört zu den besten zehn in ganz Sachsen.

Im Garten gibt es eine Fahrstrecke, auf der Elio und Ole unterwegs sind.
Manuel (links) und Hannes gehen in die 4. Klasse der evangelischen Grundschule. Sie bearbeiten am liebsten in der Steinecke Gasbetonsteine.
Neben einem riesigen Sandkasten mit Sonnensegel bietet der Außenbereich zahlreiche Möglichkeiten zum Spielen und Beschäftigen für die Kinder.

Für Sie berichtet: Heike Mann

Hannes und Manuel bearbeiten mit Meißel, Bohrer und Säge die vor ihnen liegenden Gasbetonsteine. Aus den dann kleineren Stücken machen andere Kinder Mehl. "Für unsere Pizzeria", geben die neunjährigen Jungs Auskunft. Die beiden gehen in die 4. Klasse der evangelischen Grundschule und besuchen den Hort. Die Kinder beweisen Fantasie beim Spielen. Angeregt werden sie dazu durch die neu gestaltete naturnahe Spiellandschaft am Kindergarten "Haus Sonnenschein" in Hormersdorf. Hannes versichert: "Der Garten war noch nie so schön."

Ob so schön, dass man damit beim sächsischen Kindergarten-Wettbewerb am Ende unter den besten Drei landet, entscheidet sich bis zum 24. Oktober. Für die Bewertung besuchte eine fünfköpfige Jury von der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung die Einrichtung. Leiterin Lydia Pech und ihre Kolleginnen zeigten der Jury nicht nur, was alles im Garten neu entstanden ist, sondern reichten auch einiges zum Verkosten: Johannisbeer- und Aronia-Saft, Kräuterlimonade und Kräuterquark. Alles selbst gemacht aus dem, was die Erzieherinnen und die Kinder gemeinsam im Garten geerntet haben.

Insgesamt 2400 Quadratmeter groß ist das Außengelände am Kindergarten. Genutzt wird es auch von den Hortkindern der evangelischen Grundschule. Noch bis vor einem reichlichen Jahr bestand der Garten hauptsächlich aus einer großen Wiese, es gab ein Gartenhäuschen, einen Sandkasten und ein Klettergerüst. "Klar, da war viel Platz zum Toben, aber oft war das ein sinnloses Rumtoben", sagt Lydia Pech. "Unsere Erfahrung ist, dass die Kinder gar nicht so gern immer auf dem Präsentierteller sein wollen. Deshalb hat das neue Gelände viele Ecken und Nischen, wohin sich die Kinder zurückziehen können." Das wird von Hannes in der Steinecke bestätigt: "Hier können wir uns auch mal über Dinge unterhalten, die andere nicht hören sollen."

Mit der großen Rasenfläche gab es laut Lydia Pech viel ungenutzten Platz. Die Angebote für die Mädchen und Jungen sind jetzt vielfältiger: eine Fahrstrecke, ein vergrößerter Sandkasten, eine Ausgrabungsecke, eine Klangecke, die Stein- und Holzecke, ein Indianerdorf, eine Blumenwiese, ein Bauerngarten mit Kräuter-Pizza in der Mitte und einem Gewächshaus, in dem nächstes Jahr Tomaten und Gurken gezogen werden.

Bis auf die von einer Dorfchemnitzer Firma angelegte Fahrstrecke entstanden seit Mai 2017 die verschiedenen Bereiche in gemeinsamen Arbeitseinsätzen von Eltern und Erzieherteam. Im Wettbewerb haben die Hormersdorfer bereits im ersten Schritt zu den 30 Preisträgern gehört und 400 Euro Preisgeld bekommen, dann im zweiten Schritt 1000 Euro als einer von zehn Preisträgern. Kommen sie jetzt unter die besten Drei, dann winkt ein Preisgeld von 2500 Euro. Bedingung ist, dass das Geld immer wieder in das Projekt fließt. "Wir haben davon in der Regel das Material gekauft", sagte Lydia Pech. Zugute kam der Einrichtung, dass mit Corina Hörold aus Hormersdorf eine Spielraumplanerin mit in der Projektgruppe saß.

Eileen Hornbostel von der Jury war vom Garten auf den ersten Blick angetan. Die überall vom Erzieherteam aufgehängten Fotos vom Zustand des Außengeländes vor seiner Umgestaltung ließen einen guten Vergleich zu. Bei der Bewertung achtet die Jury nicht nur auf die Spielraumgestaltung, sondern auch darauf, wie der Garten genutzt wird, um Bildung und Gesundheit zu fördern. "Die Natur setzt von sich aus schon viele Reize und Impulse dafür", erklärt die Projektkoordinatorin von der Landesvereinigung.

"Dass wir weitergekommen sind, ist unserer Leiterin zu verdanken. Sie hat da unglaublich viel organisiert und uns als Team motiviert", sagt Therese Bollmann stellvertretend für alle Erzieherinnen.

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