Pflaster-Streit von Sosa geht weiter

Die Anwohner sagen, dass sie die Haltung ihres Bürgermeisters maßlos enttäuscht. Der bleibt kurz angebunden.

Die Bauarbeiten im Bereich Dürrer Berg in Sosa werden fortgesetzt. Vor Ort ist die Weck Tiefbau GmbH - im BildPolier Nico Wolf - mit den Arbeiten betraut.

Für Sie berichtet: Heike Mann

Die Anwohner der Straße "Dürrer Berg" in Sosa wollen sich nicht damit abfinden, dass Bürgermeister Uwe Staab (CDU) eine Veränderung in der Ausführung des Straßenbaus vor ihrer Haustür ablehnt. Sie sprechen sich dagegen aus, dass Pflaster wechselseitig als Randstreifen und quer in Einmündungsbereichen gelegt werden soll. Das sorgt aus ihrer Sicht für Lärm und eine Verschlechterung ihrer Lebensqualität. In einem Protestbrief an die Sächsische Staatskanzlei verweisen die zehn Unterzeichnenden auf eine frühere Unterschriftensammlung, bei der 125 Bürger von Sosa ihren Protest gegen das Bauprojekt bekundet hätten.

Nach der jüngsten Stadtratssitzung blieb für Grit Hummel, eine der Anwohnerinnen, nur "maßlose Enttäuschung" über die Reaktion des Bürgermeisters. "Wir werden weiter kämpfen und sehen, ob wir doch irgendwo Gehör finden", sagt sie. Im Protestschreiben ist unter anderem die Rede davon, dass den Sosaern eine Einwohnerversammlung versprochen worden sei. Die habe nie stattgefunden. "Uns wurde ein Prestigeprojekt übergestülpt", sagt Grit Hummel. 700.000 Euro soll die Neugestaltung des 400 Meter langen Straßenabschnitts kosten, davon fließen 346.000 Euro als Fördermittel. Die Sosaer sagen: "Eine Verschwendung von Steuermitteln." Zur Stadtratssitzung sicherte Staab zu, zum Thema Straßenbau in Sosa nochmals intern beraten zu wollen. "Wir haben in dieser Woche noch keine Zeit gefunden, uns zu beraten", hieß es dazu gestern vom Bürgermeister. Er begründet das mit einem "übervollen" Terminkalender. "Es drängt auch keine Zeit."

Den Hinweis der Stadt, dass das Thema ausreichend in Bauausschusssitzungen beraten worden sei, lassen die Sosaer nicht gelten. "Wie sollen wir von den Sitzungen erfahren, wenn sie nur im Amtsblatt der Stadt angekündigt werden?", fragt Reinhard Springer. Zudem müsse man das Amtsblatt, den Auersbergboten, kaufen. "Also müssen die Bürger dieser Stadt Informationen kaufen?", stellt er die Frage in den Raum.

Mittlerweile haben die Bauarbeiten auf einem ersten Abschnitt begonnen. Dass gebaut wird, hätten die Anwohner einen Tag vorab durch ein Infoblatt von der beauftragten Firma erfahren. Es wurden "Tatsachen geschaffen", sagen die Sosaer. Der Kompromissvorschlag, den sie machen, lautet: ein durchgängiges Asphaltband mit einem gepflasterten Randstreifen, maximal 50 Zentimeter breit, inklusive Regenrinne, auf beiden Seiten. "Wir wollen keine schöne, wir wollen eine praktische Straße", fasst Reinhard Springer zusammen.

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