Popsongs in Choräle gepackt

"The Gregorian Voices" füllten die St. Annenkirche mit großen Stimmen und alten und neuen Gesangsstücken - und verpassten selbst Songs von Leonard Cohen und den Bee Gees einen sakralen Anstrich.

"The Gregorian Voices" schlugen mit ihren Chorälen in der Sankt Annenkirche eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Von Elke Schäf

Wegen acht Männern in Mönchskutten sind am Samstag etwa 700 Musikliebhaber in die Annaberg-Buchholzer Kirche Sankt Annen geströmt Unter diesen Kutten verbargen sich die acht Sänger des Männerchores "The Gregorian Voices" unter der Leitung von Georgi Pandurov, die ein Konzert im Rahmen der Sommermusik von Sankt Annen gaben. Die Spezialität der Sänger: namensgebende gregorianische Choräle. Dabei handelt es sich um einstimmige, unbegleitete, liturgische Gesänge der katholischen Kirche in lateinischer Sprache, die ihren Ursprung im Wesentlichen in Rom haben. Mit der fortschreitenden Christianisierung zwischen dem 4. und 8. Jahrhundert und dem damit einhergehenden Bau von Klöstern und Kirchen verbreitete sich die Musik im gesamten europäischen Raum. Denn dort hatte das von Mönchen gesungene Lob Gottes einen sehr hohen Stellenwert.

"The Gregorian Voices" greifen diesen Musikstil auf und holen ihn in die Gegenwart. Seit 2011 interpretieren und beleben sie die frühmittelalterlichen gregorianischen Choräle auf ihren Tourneen neu. Zu ihrem Repertoire gehören orthodoxe Gesänge und weltliche Madrigalen, die sie auch in Annaberg zum Besten haben.

Das Ambiente und die Akustik der herrlichen Annenkirche setzten für die glockenhellen Stimmen der Sänger einen Rahmen, der ihrer würdig war. Die Sänger verzauberten die Besucher von Anfang an sowohl mit ihren einstimmigen liturgischen Gesängen als auch mit polyphoner Fünfstimmigkeit mit schallenden Bässen und aufsteigenden Falsettstimmen. Der Alltag konnte vor der Kirchentüre bleiben. Der Gesang versetzte so manch einen in eine andere Sphäre. Er wühlte auf und beruhigte zugleich. Das Publikum befand sich in seinem Bannkreis. Sogar Tränen flossen.

Das Motto des Abends, "Gregorianic meets Pop", fand tatsächlich statt und harmonisierte. Der besondere Chor verstand es auf eindrucksvolle Weise, Klassiker der Popmusik im gregorianischen Stil zu arrangieren, der unter die Haut ging. Songs von Rod Stuart, Bob Dylan, Simon & Garfunkel und den Bee Gees führten ältere Gäste zurück in ihre Jugendzeit und faszinierten auch die Jüngeren. Die Darbietung des "Hallelujah" geriet zur Hommage an den großen Leonard Cohen. Das Publikum war begeistert und applaudierte nach jedem Gesangsstück. Am Ende der Veranstaltung standen fast alle Gäste auf und zollten dem Chor mit einem lang anhaltenden Beifall ihre Bewunderung. Dafür wurden sie mit drei Zugaben belohnt. Die eindrucksvollste war "We are the world," von Micheal Jackson und Lionel Richie.

Das nächste Konzert der Sommermusik findet am 11. August statt, ein Orgelkonzert von Yohan Chung aus Chemnitz. Weitere Informationen unter: www.kirche-annaberg-buchholz.de/veranstaltungen

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