Zeugin im Brandprozess hat Angst vor Angeklagtem

Betrunkener Georgier soll in Asylbewerberunterkunft Feuer verursacht haben

Schneeberg/Chemnitz.

Angeklagt der schweren Brandstiftung, ist jetzt ein 36-jähriger Georgier in Handschellen in einen Saal des Chemnitzer Amtsgerichts gebracht worden. Im Asylbewerberheim Schneeberg soll der Mann einen Mülleimer - der Polizeibericht sprach von zwei - in Brand gesetzt haben. Der Vorwurf wiegt schwer: Laut Staatsanwaltschaft nahm der Angeklagte billigend in Kauf, dass großer Schaden entsteht, mehr noch, dass Menschen in Lebensgefahr geraten. Den Brand, der auch schon eine Wand angegriffen haben soll, konnten Mitarbeiter der Unterkunft vor dem Eintreffen von Einsatzkräften löschen.

Was genau in den Morgenstunden des 1. August dieses Jahres passiert ist, daran konnte sich der 36-Jährige nicht erinnern. Er sei betrunken gewesen, habe seine letzte Zigarette wohl nicht richtig ausgedrückt, und so sei der Plastebeutel im Mülleimer auf dem Flur in Brand geraten, übersetzte die Dolmetscherin in der Verhandlung. Auf dem Flur darf man zwar gar nicht rauchen, "aber da rauchen viele, und da hat es auch schon mehrfach gebrannt. Aber ich werde verhaftet."

Die Polizei war seinerzeit gerufen worden, um die schleppende Evakuierung zu unterstützen. Da eine Zeugin angab, der Georgier habe etwas Brennendes in einen Mülleimer geworfen, hakten die Polizisten nach. In Gegenwart des Beschuldigten, der drei Stunden nach dem Brand noch 2,16 Promille Alkohol im Blut hatte, wollte die Frau nichts sagen. "Sie hatte Angst. Darum nahmen wir sie für die Aussage mit ins Revier", erklärte einer der Beamten, die als Zeugen geladen waren. Warum die Frau verängstigt war, ob sie eingeschüchtert wurde, was sie an jenem Morgen sah, blieb vor Gericht aber - vorerst noch - offen: Die Ladung ging wohl ins Leere, weil die Frau in kurzer Zeit zweimal umgezogen sein soll.

Doch Richterin Gudrun Trautmann will es genau wissen. Sie beraumte für den 16. November einen Fortsetzungstermin an. Zudem sollen auch die wichtige Zeugin sowie ein Heimmitarbeiter erscheinen.

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