Zucht ist nicht einfacher geworden

Vor 60 Jahren wurde der Ziergeflügel-, Exoten- und Kanarienverein Schwarzenberg gegründet. Während früher die Möglichkeiten beschränkt waren, gibt es nun strengere Vorschriften.

Schwarzenberg.

Im Ringcenter Schwarzenberg war am Wochenende ein lustiges Zwitschern und Tirilieren zu vernehmen. Denn die Mitglieder des Ziergeflügel-, Exoten- und Kanarienvereins hatten dorthin zu ihrer Ausstellung eingeladen. Insgesamt stellten 14 Züchter rund 200 Gefiederte aus.

Dabei stand die Schau unter einem ganz besonderen Vorzeichen, denn der Schwarzenberger Verein blickt in diesem Jahr auf seine 60-jährige Geschichte zurück. Seit Ende der 1990er Jahre lenkt Reinhard Schneider die Geschicke als Vorsitzender. Ihm zur Seite steht Zuchtfreund Frank Unger aus Bernsbach.

Durch seine Frau kam Schneider 1974 nach Schwarzenberg. "Da habe ich meine Kanarien zunächst ins Schlafzimmer gepackt", erinnert sich der 73-Jährige. In der Altbauwohnung an der Karlsbader Straße sei dies gewesen. Ein Jahr später trat er in den Schwarzenberger Verein der Exoten- und Kanarienzüchter ein. Da er sich schon als Kind auf die Zucht von Kanarien spezialisiert hatte, wurde er dafür Zuchtwart.

Es sei in der DDR nicht schwierig gewesen, Vögel zu züchten. "Allerdings gab es auch nicht so viel Auswahl", so Schneider. Wellensittiche und Kanarien waren weit verbreitet. Manch einer hatte auch Graupapageien. Allerdings war die Anschaffung der Tiere teuer. "Woran ich mich noch genau erinnere: Ein Pärchen Königssittiche kostete 10.000 Mark", erzählt Schneider.

Wer also ein paar Pärchen und auch ein wenig Züchterglück hatte, konnte mit dem Verkauf der Tiere auch Geld verdienen. "Aber das waren nur wenige", so Schneider. Schwieriger als heute, wo es alles zu kaufen gibt, war das Futter zu besorgen. "Für Export-Vögel gab es Futter", erinnert er sich. In Erfurt seien die Mischungen produziert worden. Damit kein falscher Eindruck entstehe, betont er, dass es einen richtigen Futternotstand nie gegeben habe. "Heute ist die Auswahl natürlich viel größer. Für jede Vogelart gibt es genau die richtige Mischung." Einfacher sei die Zucht deswegen aber nicht geworden. So sind die Vorschriften wesentlich strenger als früher. "Gerade wer europäische Wildvögel züchten will, hat viel zu beachten. Dazu gehören der Stieglitz, der Zeisig und der Dompfaff", zählte Reinhard Schneider auf. Solche Vögel müsse man der unteren Naturschutzbehörde melden. "Für jeden Vogel muss ein Ring und eine Urkunde beantragt werden."

Frank Unger aus Bernsbach, der stellvertretende Vorsitzende, habe auch ein paar Raritäten. Ohne ihn wäre die Vereinsarbeit kaum vorstellbar, findet Schneider. Insgesamt gehören 22 Mitglieder dazu. Mit Lara Teumer aus Schwarzenberg/Neuwelt habe man allerdings nur eine Jungzüchterin. Mit der Ausstellung im Ringcenter, die am Wochenende 900 Besucher anlockte, gehen die Vereinsaktivitäten in die Winterpause. "Ab März treffen wir uns dann wieder monatlich", so Schneider.

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