1.-Mai-Demo: Polizei widerspricht Vorwürfen

Bei einer NPD-Demonstration in Aue sollen Beamte Gewalt angewendet haben. Auch eine AfD-Frau aus Thalheim erzählt, dass man sie und ihren Mann angegriffen habe.

Aue/Thalheim.

Nach einer Demonstration der NPD am 1. Mai auf dem Altmarkt von Aue hat es in den sozialen Netzwerken in der vergangenen Woche Berichte über Übergriffe und Gewalt durch die Polizei gegeben. Dazu wurden Videos veröffentlicht, die dies belegen sollten. Der Anmelder dieser sogenannten Spontandemo, Stefan Hartung (NPD), wirft im Netz der Polizei ein gewalttätiges Vorgehen vor. Und auch eine Thalheimer AfD-Stadträtin, Sylvia Vodel, berichtet nun, dass sie und ihr Mann am 1. Mai Opfer von Übergriffen geworden seien.

Sie erklärt: "In Höhe des Berufsschulzentrums wurden wir von Polizeikräften ohne vorherige Ansprache eingekesselt. Dieser Maßnahme wollten mein Mann und ich noch ausweichen. Daraufhin wurde ich von einem Beamten der Bereitschaftspolizei brutal zurückgestoßen und landete in einem Metallzaun, mein Mann wurde in den Bauch geboxt. (...) Wir haben auf Grund dieser Vorkommnisse Anzeige erstattet und dies bei der polizeilichen Vernehmung im Nachhinein genauso geschildert und unterschrieben."

Die Polizei hatte am Montag vergangener Woche erklärt: "Das Video zeigt die Situation am 1. Mai nach 17 Uhr in Aue auf der Rudolf-Breitscheid-Straße. Dort hatten sich mehrere mittelgroße Personengruppen, die im Stadtgebiet unterwegs waren und aufgrund der Teilnehmerbeschränkung nicht an der Versammlung auf dem Altmarkt teilnehmen konnten, zusammengeschlossen." Mehrfach seien im Vorfeld die Personen in den Gruppen als auch letztlich in der großen Ansammlung auf der Rudolf-Breitscheid-Straße durch die Polizei aufgefordert worden, die Maßgaben der Sächsischen Corona-Schutzverordnung einzuhalten. "Entsprechend dieser Verordnung waren Veranstaltungen, Versammlungen und auch sonstige Ansammlungen untersagt. Zudem wurden die geforderten Abstände zwischen den Personen nicht eingehalten." Nach Angaben der Polizei sollen sich in dem Zeitraum rund 100 Leute auf der Rudolf-Breitscheid-Straße befunden haben.

Wie die Polizeisprecherin weiter mitteilte, kamen die Personen in der Gruppierung den Aufforderungen der Polizisten nicht nach. Vielmehr habe sich der überwiegende Teil uneinsichtig gezeigt und die polizeilichen Ansprachen ignoriert. Die Beamten hätten daraufhin die Ansammlung gestoppt, denn im Anschluss sollten die Personalien zur Anzeigenerstattung wegen des Verstoßes gegen die Corona-Schutz-Verordnung erhoben werden.

Vodel schildert die Situation etwas anders: "Ich möchte noch hinzufügen, dass von der besagten Festsetzung circa 100 Personen betroffen waren, welche auf einer Fläche von circa 250 Quadratmetern eingepfercht wurden, weshalb wir die Abstandsregeln der Coronaverordnung rein rechnerisch schon nicht einhalten konnten. Wir wurden zum Schluss alle wegen Nichteinhaltung der Coronaverordnung angezeigt, mit Ordnungsgeld versteht sich." (mit pc)

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