13. Puppentheatertage zeigen erstmals eine Premiere

Der Ausweichspielort erfordert von den Organisatoren ein Umplanen. Dennoch kann das Gelenauer Marionettentheater den Besuchern bei der neuen Auflage Außergewöhnliches bieten.

Gelenau.

Bei den 13. Gelenauer Puppentheatertagen vom 11. bis 17. März geht es in diesem Jahr heftig und deftig zu. Am großen Theaterabend, der im Ausweichspielort im Gasthof "Zur Katze" am Freitag und Samstag stattfindet - Grund: das Volkshaus wird derzeit saniert - werden den Besuchern ein nagelneues Stück und sogar eine Premiere geboten.

Rund 1600 Besucher haben im vergangenen Jahr die 22 Veranstaltungen an 15 Spielorten in Kindertagesstätten, Schulen, dem Kellertheater sowie im Volkshaus gesehen. Frank Hübner rechnet diesmal mit einer ähnlich guten Resonanz: "Uns liegen 14 Anmeldungen aus Kindertagesstätten und Schulen in 13 Orten vor." Einmal mehr werden die Puppentheater Karla Wintermann, Wolfgang Lasch, Ernst und Heiter sowie das Marionettentheater Dombrowsky zu Gast sein. "Wir arbeiten gern mit Kollegen zusammen, die ihr Handwerk richtig gut beherrschen", begründete Frank Hübner seine Wahl.


Doch es gibt auch Neues zu sehen. Erstmals werden Jens Hellwig aus Coswig und Frieder Kräuter aus Gernsbach zu den Puppentheatertagen spielen.

In Potsdam laufen bei Cathrin Bleyl und Wolfgang Lasch die Proben für die Premiere der "Hermannsschlacht" auf Hochtouren. Die Akteure des Grünmeffert-Felgentreu-Theaters haben sich erneut ein klassisches Stück vorgenommen, und Kenner der Beiden ahnen es bereits: Ernst wird es in keinem Fall zugehen.

Die auch als Varusschlacht beziehungsweise Schlacht im Teutoburger Wald aus dem 9. Jahrhundert nach Christus bekannte Hermannsschlacht bildet die Grundlage. 1808 von Heinrich von Kleist als Drama in fünf Akten literarisch verarbeitet, wird sie in der Interpretation der Potsdamer Puppenspieler zu einem (Wort-)Gemetzel zwischen Literaturdozentin Dr. Hertha Hutzler-Grünmeffert und Puppenspieler Franz Henry Felgentreu.

Während die Wissenschaftlerin über die Frauenrolle im Allgemeinen und das Leben von Hermanns Gattin Tusnelda im Besonderen referiert, steht beim Puppenspieler das Schlachtgetümmel im Vordergrund, verrät Wolfgang Lasch vorab: "Wir werden das Publikum in Römer und Germanen aufteilen. Die Gelenauer können schon mal Schlachtrufe üben." Mit seinem Kinderstück "Kasper im Orient" wird Wolfgang Lasch einmal mehr zu den Theatertagen im Einsatz sein.

Bevor die "Hermannsschlacht" tobt, gehört die Bühne Frieder Kräuter und seinem Puppentheater Gugelhupf aus dem baden-württembergischen Gernsbach. In "Kasperblues - Liebe, Schnaps und Rebellion" wird ordentlich zugedroschen - und das nicht nur in das weiche Lindenholz der grob geschnitzten Charakterköpfe. Es ist die vierte Produktion der Bühne für Erwachsene mit dem Kasper im Mittelpunkt. Premiere war Ende Januar.

Als "traditionelles Jahrmarkttheater" beschreibt Alleinspieler Frieder Kräuter den Inhalt: "Die Marionetten, die 200 Jahre unter dem Kasper gelitten haben, wollen sich seiner entledigen. Und das klappt auch fast. Es wird derb und heftig, aber auch durchaus ernsthaft. Deshalb ist es auch ein Stück nur für Erwachsene."


Öffentliche Vorstellungen

Freitag, 15. März, sowie Samstag, 16. März, jeweils 20 Uhr: "Kasperblues - Liebe, Schnaps und Religion" sowie die "Hermannsschlacht".

Samstag, 15. März, 16 Uhr: "Das tapfere Schneiderlein" (ab 5 Jahre).

Sonntag, 16. März, 10 Uhr: "Der Froschkönig" (ab 4 Jahren), 16 Uhr: "Aufregung im Märchenwald" (ab 3 Jahre).

Alle Veranstaltungen finden im Gelenauer Gasthof "Zur Katze" statt.

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