554 Bürger geben ihr Votum ab

Der Erzgebirgskreis bezieht für Großprojekt im Naturschutzbereich die Öffentlichkeit erstmals vorab mit ein.

Annaberg-Buchholz.

Das gab es noch nie in seiner mehr als zehnjährigen Geschichte: Der Erzgebirgskreis hat vorab die Öffentlichkeit in die Entscheidungsfindung für ein millionenschweres Vorhaben einbezogen. Auf einem vom 30. September bis 30. November freigeschalteten Bürgerbeteiligungsportal sind 554 ausgefüllte Fragebögen zu drei Vorschlägen für ein Naturschutzgroßprojekt im Erzgebirgskreis eingegangen. Wie Sachgebietsleiterin Angela Stolz am Mittwochabend im Kreistag informierte, kamen die Stellungnahmen sowohl von einzelnen Bürgern als auch von Vereinen, Verbänden und Kommunen. Das positive Votum für ein Naturschutzgroßprojekt sei eindeutig. Zwei Drittel hätten mit Ja gestimmt.

Anders bei der Frage nach einem Fördergebiets-Favoriten. Ein Drittel stimmte für Gebiet 2 "Bergwiesen und Moore des Kammbereiches von Satzung bis Rübenau", reichlich ein Viertel votierte für das Gebiet 1 "Offenlandverbund zwischen Elterlein und Oberwiesenthal". Abgeschlagen hingegen Gebiet 3, die "Steinrücken- und Heckenlandschaft von Annaberg und Mildenau" - nur jeder Achte fand es gut. "Es ist aber alles nur ein Zwischenfazit", betonte Stolz. Laut der Sachgebietsleiterin habe es in den vergangenen Wochen zahlreiche Gespräche gegeben, allein 20 mit Bürgern. Auch sei man vor Ort in Ausschuss- und Ratssitzungen sowie bei Bürgermeistern sowie Bauernvertretern gewesen. Zudem habe es mit 15 Landwirten eine Busexkursion ins Projektgebiet inklusive Erfahrungsaustausch mit Berufskollegen gegeben. Mitte November fand eine öffentliche Infoveranstaltung im Landratsamt statt. Wie geht es nun weiter? In den nächsten Wochen wird laut Stolz das Umfragematerial für eine Entscheidungsgrundlage des Kreistages am 25. März aufbereitet: Soll es im Erzgebirge ein Naturschutzgroßprojekt geben - und wenn ja, wo soll es eingerichtet werden und wer die Trägerschaft übernehmen. Die spätere Umsetzungsphase des Projekts wird etwa zehn Jahre dauern. 10 Millionen Euro könnten fließen.

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