Ärger um Kaulquappen im Löschteich

Der Gablenzer Teich ist ausgerechnet dann geleert und gereinigt worden, als er voller Kaulquappen von unter Schutz stehenden Erdkröten war. Das hat für Ärger gesorgt. Offenbar war die Ursache ein Kommunikationsproblem.

Gablenz.

Noch etliche Tage, nachdem Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Gablenz das Wasser des Teichs vor dem Feuerwehrgerätehaus abgelassen und das Becken gereinigt haben, ist Anwohnerin Darja Jattke fassungslos. Denn die Aktion erfolgte in diesem Jahr wesentlich später. Und so wurden mit dem Wasserablassen Tausende Kaulquappen vernichtet, erzählt Jattke. Kaulquappen ausgerechnet von Erdkröten, die unter Schutz stehen, ergänzt sie. Es seien so viele Tiere gewesen, dass der Teich fast schwarz ausgesehen habe.

Ortswehrleiter Dirk Landgraf indes ist wegen der Vorwürfe erstaunt. "Bis zum heutigen Tag hat sich bei mir noch kein Tierschützer oder eine Behörde gemeldet wegen der Termine zur Löschteichreinigung", erklärt er. Es tue ihm leid, dass die Reinigung in diesem Jahr besonders spät erfolgte, aber das sei der aktuellen Covid-19-Lage geschuldet gewesen. Im nächsten Jahr, so kündigte es der Wehrleiter zugleich an, werde er aber gern Rücksicht auf die Tiere nehmen und das Ablassen und Reinigen des Teiches so früh wie möglich und so wie es die Witterung zulässt ansetzen. Darja Jattke räumt ein, dass sie in der jüngeren Vergangenheit niemanden bei der Feuerwehr auf das Problem der Erdkröten hin angesprochen habe. Es sei schon länger her, dass sie mit dem vorherigen Wehrleiter deshalb Kontakt gehabt habe. Das muss vor 2012 gewesen sein, denn Landgraf leitet die Wehr seit acht Jahren.

Jattke will nun bei Gelegenheit auf den Wehrleiter zugehen und mit ihm darüber sprechen, wann ein günstiger Zeitpunkt zum Ablassen des Wassers ist. Denn gut wäre, wenn der Teich viel früher gereinigt würde, noch bevor die Erdkröten ihre Laichschnüre an herumschwimmenden Ästen und Blättern ablegen können. Nach der Reinigung gebe es ja keine derartigen Ablagemöglichkeiten für die Tiere mehr und sie suchen sich ein anderes Gewässer.

Wehrleiter Dirk Landgraf legt allerdings auch Wert auf die Tatsache, dass es sich bei dem Teich "um ein Löschgewässer handelt und nicht um ein angelegtes Biotop für Lebewesen". Im zentralen Vordergrund stehe deshalb "die Reinigung und Erhaltung dieses Löschgewässers für die Gefahrenabwehr von Bränden für die Bürgerinnen und Bürger des Ortsteils Gablenz".

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