Am Ort des ersten Schocken-Kaufhauses

Eine Ausstellung würdigt seit Donnerstag die Rolle von Oelsnitz in der Unternehmenshistorie der Warenhäuser. Dabei schwelgt mancher in Erinnerungen.

Oelsnitz.

Dass in Oelsnitz an der Meinertstraße im Jahr 1904 das erste Schocken-Kaufhaus eröffnet wurde, verdankte die Stadt damals ihrem Ruf: "Oelsnitz kam damals in den Ruf, wegen des Bergbaus eine Stadt des Booms zu sein. Die Schockens waren immer am Modernsten orientiert", berichtete Bernd Sikora. "Es ist somit der Gründungsstandort eines der größten deutschen Warenhaus- Konzerne." Der Architekt Sikora, der seine Kindheit in Oelsnitz verbracht hat, gehört mit den Brüdern Jens Dietrich und Thomas Dietrich vom PB Dietrich Architekten und Ingenieure aus Oelsnitz zu den Kuratoren einer Schau, die seit Donnerstag in den Räumlichkeiten des ehemaligen Kaufhauses zu sehen ist. Die Wanderausstellung vom Deutschen Werkbund Sachsen zu "100 Jahre Bauhaus" umfasst 16 Text- und Bildtafeln und Fotografien sowie einen Kurz-Film und läuft bis Jahresende.

Bernd Birkigt erinnert sich noch daran, als Kind mit der Oma im Schocken-Kaufhaus in Oelsnitz gewesen zu sein. Als Bürgermeister ist er heute stolz, ein solches Architektur-Zeugnis in der Stadt zu haben: "Es ist nicht das größte Bauhaus-Gebäude, aber durchaus ein wesentliches." In Oelsnitz ist ergänzend zum eigentlichen Gebäude ein Anbau realisiert worden. "Mit Bauhaus-Architekten hat man in Oelsnitz einen der bedeutendsten Anbauten realisiert, der heute noch existiert." Der Schocken-Konzern gehörte einst zu den vier größten der Branche in Deutschland. Es sei wichtig, dass ein solches Gebäude, was einmalig ist, erhalten bleibt, so Birkigt. Er ist dankbar, dass Leute wie Jens Dietrich, Thomas Dietrich und Bernd Sikora sich dem Gebäude angenommen haben, das in einem desolaten Zustand war. Das Haus ist saniert worden. "Toll, was mit Fördermitteln und privatem Engagement entstehen konnte", so Birkigt.

Am 15. November ist um 15.30 Uhr ein Fachvortrag parallel zur Ausstellung im ehemaligen Schocken-Kaufhaus geplant. Ludwig Gessner aus Leipzig spricht zum Thema "Bernhard Sturtzkopf - Vom Bauhaus Zur Nachkriegsmoderne".

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