Am Sägewerk in Dorfchemnitz entsteht neue Trockenhalle

Die Firma von Günter Weber beliefert Bauunternehmen in der ganzen Region. Die haben auch spezielle Wünsche.

Dorfchemnitz.

Mit einem lauten Krachen rollt der entrindete Fichtenstamm auf die zum Sägegatter führende Schiene. Vom Maschinenführer zugeführt, beginnen die Sägeblätter ihn in Scheiben zu zerlegen. Daraus werden Bretter, Kanthölzer, Latten. "Wir schneiden alles, was der Kunde will", sagt Günter Weber, Geschäftsführer des gleichnamigen Sägewerks im Zwönitzer Ortsteil Dorfchemnitz. "Bei uns kommt es nicht auf Masse, sondern vor allem auf Vielfältigkeit an."

Was im Hausbau an Holz gebraucht wird, auch für Reparaturen und Sanierungen in historischen Gebäuden, liefert das Sägewerk an Bauunternehmen in der Region. Aber auch wenn jemand Ersatz für seinen Grundstückszaun braucht, wird er bei Webers fündig. Das vor fünf Jahren angeschaffte moderne Sägegatter ist flexibel in der Umstellung, das lässt ein vielseitiges Sortiment zu. Von 30 Zentimeter bis zehn Meter Länge zum Beispiel kann Holz zugeschnitten werden. "Länge, Breite und Dicke sind bei jedem Stück anders, teilweise werden nur zwei von einem Maß gebraucht", beschreibt Weber die Anforderungen. Für Verpackungen werden ganz dünne Bretter geschnitten, sie sind nur elf Millimeter stark. Kanthölzer und Bretter für Dachstühle, Holz für Verpackungskisten, Stapelhilfen, Zaunriegel, Unterbau für Balkone entstehen aus Fichte, für spezielle Anfragen werden auch schon mal Lärche, Eiche oder Buche geschnitten. 5000 Festmeter Holz werden im Sägewerk pro Jahr verarbeitet.

Weil die Kunden getrocknetes Sortiment wünschen, hat sich die Zwönitzer Firma zum Neubau einer Halle mit Regallager entschieden. "Wenn wir eine Baufirma finden, soll es dieses Jahr noch losgehen, wir hoffen, nächstes Jahr fertig zu sein", sagt der Geschäftsführer. Entstehen wird die neue, fünf Meter hohe Halle mit 600 Quadratmeter Grundfläche auf einem bisher offenen Lagerplatz. Zukünftig kann das geschnittene Holz dann bis zur Abholung trocken lagern. Dem Bauantrag hat der Zwönitzer Stadtrat zugestimmt.

Zum Großteil wird einheimische Fichte in dem Sägewerk verarbeitet. "Abfall gibt es bei uns nicht", versichert Günter Weber. Ein großer Teil der Hackschnitzel und Sägespäne wird an die Spanplattenindustrie geliefert, Weber hat zwei Abnehmer in Oberfranken. Was dann noch an Rest bleibt, wird bei Webers in Energie verwandelt.

Die Geschichte des Sägewerks geht auf die Hammermühle zurück. Das war ein Eisenhammer, der schon im 15. Jahrhundert an der Zwönitz stand. Mit Wasserkraft wurde das Sägewerk bis zum großen Hochwasser 1954 betrieben. Heute hat das Sägewerk neun Mitarbeiter. Günter Weber ist 64 Jahre alt und Chef in fünfter Generation. Sohn Heiko wird demnächst die Führung des Unternehmens antreten.

Wer einmal sehen will, wie ein Sägewerk funktioniert, kann sich am Tag des traditionellen Handwerks im Erzgebirge am dritten Sonntag im Oktober bei Webers umschauen. Traditionell nehmen die Dorfchemnitzer daran teil und führen dann zum Beispiel ein Schauschneiden durch.

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