Angeklagter: Deal war freiwillig

Im Prozess um die Oelsnitzer Drogenküche sagte ein beschuldigter Kronzeuge aus. Er habe für seine Informationen keine Gegenleistung bekommen.

Oelsnitz/Chemnitz.

Auch am dritten Verhandlungstag im Fall der Oelsnitzer Drogenküche, in der vier Männer mehrfach Crystal Meth hergestellt haben sollen, stand ein Angeklagter wieder im Zentrum der Befragungen - wie auch schon bei der vergangenen Verhandlung. Kein Wunder: Der Mann hatte die Bande auffliegen lassen, so hatte es eine Gerichtssprecherin kürzlich bestätigt. Er habe die Angaben damals allerdings freiwillig gemacht - ohne Bedingung, von den Behörden eine Strafmilderung zu bekommen, betonte der Mann auf Nachfrage seines Anwalts.

In dem Zusammenhang wies die Vorsitzende Richterin die Verteidiger der anderen drei Angeklagten auf etwas hin: Sollten diese etwas zum Fall sagen wollen, dann sollten sie das möglichst rasch machen. "Nicht erst am letzten Verhandlungstag, dem 26. November."

Bis dahin sind noch weitere acht Termine angesetzt, um zu klären, wer von den Angeklagten was und wie getan hat: Die Anklage lautet im Kern, dass die vier Männer große Mengen an Drogen hergestellt, verkauft und zum Teil selbst konsumiert haben sollen. Dazu diente eine Wohnung, die sie für das Drogenkochen genutzt haben sollen. "Die Miete wurde mit etwa 20 Gramm Crystal im Monat bezahlt", so der Kronzeuge auf Nachfrage. Ob darin auch die Nebenkosten eingerechnet waren, blieb unklar. Er sagte zudem aus, dass auch er zumindest von dem Gewinn andere Beteiligte ausgezahlt habe - insgesamt so grob geschätzt 3000 bis 4000 Euro.

An einem der kommenden Verhandlungstage - womöglich am 2. November - sollen dann Polizeibeamte zu ihren Recherchen zu der Bande im Darknet, bei den Observationen und den späteren Vernehmungen befragt werden.

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