Aue gibt Staffelstab für Sachsentag weiter

Weil der Tag der Sachsen in diesem Jahr ausfällt, haben die Erzgebirger mit Freital den künftigen Ausrichter empfangen. Der Oberbürgermeister will vom Nachfolger lernen.

Aue-Bad Schlema.

"Nun ist erst einmal Schicht im Schacht", sagte der Oberbürgermeister von Aue-Bad Schlema, Heinrich Kohl (CDU), zur feierlichen Übergabe des Staffelstabes des Tages der Sachsen an Freital Anfang dieser Woche. Die Stadt will vom 10. bis 12. September 2021 das größte sächsische Vereins- und Heimatfest ausrichten. Wegen der Jahrhundertflut 2002 war erstmals in Döbeln der Sachsentag ausgefallen. "Dieses Jahr hat erstmals ein Virus für eine Absage gesorgt", erinnerte Kohl.

Statt wie vorgesehen, während des Festwochenendes im September, konnte der Freitaler Oberbürgermeister Uwe Rumberg schon jetzt den Staffelstab im Kulturhaus Aktivist übernehmen. "Das ist ein ergreifender Moment. Wir freuen uns sehr auf den 30. Tag der Sachsen, den wir mit unserem 100-jährigen Stadtjubiläum verbinden wollen", sagte er. Natürlich werde es einen großen Festumzug geben. Details zum Fest mit dem Motto "100 Jahre aus Liebe zu Freital" wollte er noch nicht preisgeben. Weil die beiden Ausrichterstädte Aue-Bad Schlema und Freital nicht nur die gemeinsame Bergbaugeschichte verbindet, sondern beide auch am sächsischen Jakobsweg liegen, wurde der Staffelstab gleich an den Verein Lebnatene übergeben. Zusammen mit rund 40 Läufern und Wanderern aus Sachsen wird der Staffelstab nun nach Freital gebracht. Am Samstag um 10 Uhr soll auf dem Neumarkt ein Empfang stattfinden.

Der Tag der Sachsen 2021 sei auch für Aue-Bad Schlema interessant, erklärte OB Kohl. "Schicht im Schacht bedeutet ja nicht, dass Schluss ist", meinte er. Vielmehr wollen die Erzgebirger, wie damals auch Döbeln, den Tag der Sachsen nachholen. Dies soll jedoch erst 2023 passieren. Das bestätigte nun auch offiziell das zuständige Kuratorium. Dann feiert die Stadt ihr 850-jähriges Jubiläum.

"Wir können zwar durch die Absage unseren Nachfolger Freital keine Tipps geben, gleichzeitig haben wir die Chance von ihren Erfahrungen zu profitieren, wie man den Tag der Sachsen und ein Stadtjubiläum miteinander verbinden kann", brachte Heinrich Kohl die kuriose Situation auf den Punkt. Die bisherigen Vorbereitungen seien jedoch nicht umsonst gewesen. "Wir werden sie gut archivieren", so der Oberbürgermeister. Dann kann auch ein erneuter Anlauf für ein gemeinsames Singen des Steigerliedes in der gesamten Stadt unternommen werden.

Der Präsident des Kuratoriums Tag der Sachsen, Landtagspräsident Matthias Rößler, zeigte sich zuversichtlich, dass die Sachsen die Corona-Krise meistern und bald wieder gemeinsam den Sachsentag feiern werden. In Richtung Aue-Bad Schlema meinte er, aufgeschoben sei eben nicht aufgehoben.

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