Auerbach reduziert Bestand an WGA-Gebäuden

Weil Instandhaltungs- und Investitionsstau in den Wohnhäusern nicht mehr zu stemmen sind, will die Gemeinde sie verkaufen. Das ist die Konsequenz aus einem Gutachten.

Auerbach.

Die Gemeinde Auerbach wird den Wohngebäudebestand der Wohnungsgesellschaft Auerbach (WGA), einer 100-prozentigen Gemeindetochter, reduzieren und zum Verkauf anbieten. Das ist die erste Schlussfolgerung aus einem Konzept zur strategischen (Neu-)Ausrichtung der WGA, das dem Gemeinderat am Dienstagabend im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung vorgestellt wurde.

In der nächsten öffentlichen Sitzung am 7. Mai soll ein Beschluss zur Umsetzung des Konzeptes gefasst werden. Bereits beschlossen wurde am Dienstag aber, die betroffenen Mieter schon jetzt über die Grundzüge zu informieren.


Wie WGA-Geschäftsführerin Susann Gahler am gestrigen Mittwoch bestätigte, sind die Schreiben bereits an die Mieter der WGA rausgegangen - teils direkt verteilt, teils auf dem Postweg. In dem Schreiben, das "Freie Presse" vorliegt, wird den Mietern mitgeteilt, dass im Zuge der strategischen Neuausrichtung der Bestand an Wohngebäuden verringert werden soll, indem die Häuser verkauft werden. In erster Linie, so heißt es weiter, sollen diese aber den langjährigen Mietern beziehungsweise deren Angehörigen angeboten werden. Wer Interesse am Erwerb der von ihnen bewohnten Immobilie habe, möge sich bei der WGA melden. Es wird allerdings darauf hingewiesen, dass bei der unter Denkmalschutz stehenden Wirker- und auch der Büchertsiedlung noch geklärt werden müsse, inwiefern eine Einzelveräußerung möglich ist. Zu klären seien sowohl rechtliche als auch bautechnische Fragen.

Die Gemeinde hatte das Konzept im Sommer 2018 in Auftrag gegeben, um herauszufinden, wie mit der 100-prozentigen Gemeindetochter weiter umgegangen werden soll. Die Erstellung eines solchen Strategiepapiers war unter anderem vom Landratsamt als Rechtsaufsichtsbehörde gefordert worden. Hintergrund war insbesondere ein hoher Investitionsstau bei den Wohnungen, was wiederum eine kritische Leerstandsquote nach sich zieht: fast 28 Prozent. Neben 146 Wohn- und sechs Gewerbeeinheiten hat die WGA auch neun von der Kommune genutzte Gebäude im Bestand, unter anderem das Rathaus, die beiden Schulen und die beiden Sporthallen.

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