Auerbacher Mieter kaufen ihre Häuser

Wohnungsgesellschaft veräußert zwei Gebäude am Burkhardtsdorfer Weg

Auerbach.

Die Wohnungsgesellschaft Auerbach (WGA) verkauft die ersten Häuser an langjährige Mieter. Der Gemeinderat hat auf seiner Sitzung am Montagabend zugestimmt, dass die Objekte Burkhardtsdorfer Weg 14 und 16 an jeweils einen Mieter veräußert werden - zum ermittelten Verkehrswert.

Der liegt beim Burkhardtsdorfer Weg 14 bei 54.000 Euro, kaufen wird das Haus der einzige dort noch verbliebene Mieter. Das Haus Nummer16 hat einen Verkehrswert von 82.000 Euro, unter mehreren Mietern hat in dem Haus nur eine Familie Kaufinteresse gezeigt, hieß es auf der Ratssitzung. Der Verkauf der Häuser ist ein Schritt zur beschlossenen strategischen Neuausrichtung der 100-prozentigen Gemeindetochter WGA, die die Rückgabe aller öffentlich genutzten Gebäude an die Kommune und den Verkauf aller Wohngebäude beinhaltet. Dort, wo ein Anbieten an die Mieter nicht möglich ist, sollen die Häuser anderen Wohnungsgesellschaften angeboten werden, Gespräche dazu laufen aktuell.

Insbesondere für den Burkhardtsdorfer Weg 14 hatte es schon eine Ausschreibung gegeben, noch bevor der Gemeinderat sich aus sozialen Gründen darauf verständigte, das Gebäude zunächst nur dem Mieter anzubieten. Damals hatten die Auerbacherin Sophie Höfer und ihr Lebensgefährte Sven Maak das höchste Kaufangebot abgegeben, das auch über dem Verkehrswert des Gebäudes lag. Sie wollten eine im Haus leerstehende Wohnung für sich nutzen und hatten dem Mieter zugesichert, dass er in seiner Wohnung bleiben kann. Das war im Mai. Als später das komplette Verfahren zum Verkauf des Hauses wieder aufgehoben und die Bedingungen so geändert wurden, dass die jungen Leute als Nicht-Mieter nicht mehr zum Zuge kommen konnten, kündigten sie rechtliche Schritte an. Denn sie hatten wegen des geplanten Kaufs bereits Zeit und auch Geld investiert, sagten sie.

Zu den damals angekündigten Schadenersatzforderungen wird es aber nun nicht kommen. Wie Sophie Höfer am Dienstag sagte, habe man sich zwischenzeitlich mit anwaltlicher Hilfe mit der Gemeinde gütlich geeignet. Das Prozedere bis zur Klärung des Ganzen habe ihnen auch viel zu lange gedauert. "Wir sind inzwischen aus Auerbach weggezogen", sagt sie.


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