Auerbacher rücken Dreckecken im Ort zu Leibe

An die 30 Teilnehmer haben den Subbotnik zu einem vollen Erfolg gemacht. Die Idee zum ehrenamtlichen Arbeitseinsatz war von einem Bürger ausgegangen.

Auerbach.

Initiator Ulf Lange wusste nicht, wie viele Auerbacher seinem Aufruf zum Subbotnik folgen würden. Doch er war bestens vorbereitet. Er hatte die Ecken fotografiert, an denen ein Arbeitseinsatz nötig war, und bei anderen engagierten Leuten um Unterstützung geworben. Mit Erfolg. An die 30 Helfer standen Samstag am zeitigen Nachmittag pünktlich am Rathaus parat, darunter Bürgermeister Horst Kretzschmann, die Bauhofmitarbeiter, Pfarrer Frank Trommler und zwei ortsansässige Firmen, die auch gleich größeres Gerät und Transporter zum Abtransport von Grünschnitt und Unrat bereitstellten. "Wir wollen nicht auf irgendwelche Grundstücke gehen, sondern vor allem an öffentlichen Plätzen arbeiten. An Stellen zum Beispiel, wo die Leute zugewucherte Fußwege nicht mehr nutzen können", erläuterte Ulf Lange seinen Mitstreitern das Anliegen.

Binnen weniger Minuten verteilten sich die Helfer in kleinen Grüppchen über den ganzen Ort. An der Hauptstraße, nahe der Kirche, türmte sich schnell ein großer Berg an Grünschnitt auf. Hier legte neben Frank Bayer und Pfarrer Frank Trommler auch der 68-jährige Günter Häcker kräftig Hand an. Der Grund für sein Engagement: "Ich mache mit, weil ich Auerbacher bin. Es tut mir leid, wenn das so schlimm aussieht. Früher waren wir ein so hübscher und durch die Esda auch reicher Ort." Neben Häcker erledigt der erst achtjährige Tobias Trommler mit einer Gartenschere und viel Begeisterung die Feinarbeit.

Ein paar hundert Meter weiter, auf der Oberen Hauptstraße, versuchte derweil ein Vierertrupp, den zugewucherten Eingang eines seit Jahren geschlossenen Ladens von Gras, Dreck und halbhohen Sträuchern zu befreien. Angela Riehs machte mit einem Häckchen dem Unkraut zwischen den Gehwegplatten den Garaus. Dietmar Neef, Frank Joseph und Sven Riehs hatten mit den teilweise schon zu kleinen Bäumen gewucherten Büschen schwer zu tun. Hier ist wohl lange nichts getan worden. Dabei hat es gemeinsame Arbeitseinsätze in jüngerer Vergangenheit durchaus gegeben: "Die Bürgervereinigung Auerbach hat etwa 2014/2015 schon zweimal solche Einsätze organisiert", erinnert sich Dietmar Neef, der Chef des örtlichen Feuerwehrvereins. Frank Joseph, der zur BVA gehört, bestätigt das: "Leider ist das aber wieder eingeschlafen. Es muss sich eben immer einer drum kümmern. Wir können ja nicht alles machen." Dabei sind sich eigentlich alle einig, dass solche Einsätze regelmäßig gebraucht werden. Sven Riehs: "Die zwei Leute vom Bauhof schaffen das nicht alles. Man müsste so etwas alle Vierteljahre organisieren." Die Gründe fürs "Verlumpern" sind dabei sehr unterschiedlich: An einer Stelle schafft es einer aus gesundheitlichen oder Altersgründen nicht, an einer anderen leben die Grundstücksbesitzer nicht im Ort, die Eigentumsverhältnisse sind ungeklärt oder es fühlt sich keiner zuständig.

"Manchmal ist es auch nicht verlumpert, sondern nur noch nicht gemacht. Eine Ecke, die wir mit aufgelistet hatten, ist zum Beispiel inzwischen picobello in Ordnung gebracht worden", so Ulf Lange. Der Organisator ist mit dem Erfolg seiner Aktion zufrieden. "Ich bin begeistert, dass so viele da sind. Noch mehr Leute sind freilich nicht da. Aber ich hoffe, dass sie nächstes Mal kommen." Nicht nur fürs Ortsbild, auch für den Zusammenhalt im Ort ist das allemal gut: Während allerorts gewerkelt wurde, wurde im Rathaus schon mal Kaffee gekocht. Einige Helfer hatten zudem Kuchen und belegte Brötchen für alle mitgebracht, sodass es nach getaner Arbeit auch noch Gelegenheit zum gemütlichen Beisammensitzen gab.

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