Auerbachs Züchter stellten wieder im "Stift" aus

168 Geflügeltiere und 134 Kaninchen sind von den Züchtern am Wochenende zur Schau gestellt worden.

Auerbach.

Lautstark machen die Hähne auf sich aufmerksam, die Tauben gurren und die Kaninchen mümmeln in den gemütlich ausgepolsterten Käfigen ruhig vor sich hin. Im "Stift" Auerbach war am Wochenende eine Schau mit den schönsten Tieren der regionalen Hobbyzüchter zu sehen. 168 Geflügeltiere und 134 Mümmelmänner sind als Kandidaten mit Hoffnung auf beste Bewertung von ihren Züchtern auf den Laufsteg geschickt worden. Aus dem 1905 gegründeten, gastgebenden Rassegeflügel- und Rassekaninchenzüchterverein haben neun und aus sieben weiteren Vereinen 18 Aktive ausgestellt.

"Wir sind froh, dass die Schau, nach zwei Jahren in der Turnhalle, jetzt durch glückliche Umstände wieder im 'Stift' durchgeführt werden kann", betont André Meier. Der Auerbacher züchtet seit 2009 die Rasse Deutsche Riesen wildfarben. Er ist seitdem Mitglied im Verein und seit vier Jahren als 2. Vorsitzender aktiv. "Mit gefällt vor allem der Zusammenhalt im Verein, der gegenseitige Erfahrungsaustausch", erklärt André Meier. "Mit unseren Ausstellungen wollen wir auch bei der Jugend Interesse für unser schönes Hobby wecken."

Zwei erfolgreiche Zuchtfreunde, die gerne ihre Erfahrungen weitergeben, sind Christoph Hofmann und Reinhard Meischner. Sein Einstieg in die Zucht liegt 57 Jahre zurück. Er war sechs, als er einen Satz Bruteier bekam. "Wie habe ich mich über die ersten Küken gefreut, die geschlüpft sind", erinnert sich der Auerbacher. Weil ihm die Rasse Zwerg-Italiener silberfarbig so gut gefallen hat, ist er ihr bis heute treu geblieben. Kürzlich sind noch 15 Antwerpener Bartzwerge dazugekommen. Züchterisches Wissen und reichlich Tipps und Tricks hat er vom Urgroßvater, der zu den Gründungsmitgliedern des Vereines gehörte, und vom Vater abgeschaut. Fast gleichzeitig mit den Hühnern zogen auch Tauben in verschiedenen Farbschlägen bei Meischners ein. Erfolgreich beteiligt sich Reinhard Meischner an bundesweiten Ausstellungen. Von der Kaninchenzucht hat er sich allerdings verabschiedet. "Nach dreimaligem Totalverlust durch Krankheit fehlte mir die Motivation für einen Neuanfang", so der 63-Jährige. Auch der Tätowiermeister des Vereines und Vereinsmeister bei den Kaninchen vom Wochenende, Christoph Hofmann, nimmt seit 25 Jahren erfolgreich an Ausstellungen teil. "Ich habe allerdings dieses Jahr bei meinen Tieren mit Gewichtsproblemen zu kämpfen. Die Kaninchen sind etwas zu leicht. Die Temperaturunterschiede im Sommer wirken sich aus."

Voraussetzung für eine optimale Beurteilung für alle Tiereist, die zur Schau gestellt werden sollen, eine gute Vorbereitung, die schon Wochen vor dem Termin beginnt. Die Favoriten werden ausgesucht und von da an intensiv "betüttelt". Will heißen, regelmäßig wiegen, dann die Ernährung mit Fingerspitzengefühl anpassen und öfter putzen. Trotz aller Sorgfalt: "Es passiert trotzdem, dass man Fehler übersieht. Mit der Zeit wird man wohl stallblind", sagt André Meier.

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