Auf Rollen durch den Familienpark

Mit der Skaternacht will Ingo Pawlik ein lokales Event für die sportbegeisterte Jugend schaffen. Inzwischen bringt die Veranstaltung nicht nur Jung und Alt zusammen. Sie lockt auch Gäste von weiter her.

Oelsnitz.

Runter von den Fußwegen, hieß es am Freitagabend für Spaziergänger im Oelsnitzer Familienpark. Bei der dritten Auflage der Skaternacht war die asphaltierte Strecke rund um die Wildblumenwiese ausschließlich jenen Gästen vorbehalten, die Rollen unter den Füßen hatten. Das haben viele der rund vierhundert Besucher mit Equipment aller Couleur genutzt: Inlineskater und Skateboarder waren auf dem 640 Meter langen Kurs ebenso unterwegs wie Rollschuhfahrer, Kickboarder und Waveboarder. Und das teils mit rasantem Tempo. Vor allem kurz vorm Gradierwerk haben viele nach Kräften beschleunigt, denn hier war eine Geschwindigkeitsmessung aufgebaut.

"33 Stundenkilometer habe ich heute schon mehrfach geschafft, ich will aber meinen Spitzenwert aus dem Vorjahr noch knacken. Das waren 34 Kilometer pro Stunde", verrät Thomas Müller. Der 34-Jährige hat an diesem Tag die vermutlich weiteste Anreisestrecke auf sich genommen: "Ich komme aus Plauen, bin 57 Kilometer mit dem Auto gefahren, um hier dabei zu sein." Für ein besonderes Skate-Event ist dem Vogtländer nicht so schnell ein Weg zu weit: "Ich fahre fünfmal im Jahr zur Skaternacht nach Chemnitz, und hier in Oelsnitz war ich auch voriges Jahr schon dabei. Das ist einfach etwas Besonderes. Man trifft Leute und kann auch nach Einbruch der Dunkelheit noch fahren."

Die Streckenbeleuchtung ist jedoch nur eins der Highlights, die sich Ingo Pawlik, Studioleiter des Sport- und Gesundheitszentrums Energiewerk und Organisator, hat einfallen lassen. "Ich will mit solchen Veranstaltungen die Leute zusammenbringen. Die Skaternacht ist vor allem für die Jugend gedacht." Deshalb wurde die Stimmung mit aktuellen Musiktiteln richtig angeheizt. Außerdem hat das Ballett des Oberoelsnitzer Carnevalvereins die Besucher mit einem schweißtreibenden Warm-Up-Programm zum Mitmachen animiert. Und es war eine Bike-Track-Anlage aufgebaut, auf der Fahrradfahrer ihre Geschicklichkeit trainieren konnten.

Das kommt an: "Das ist hier richtig locker und spricht viele Altersklassen an. Kinder, deren Eltern und auch die Omas und Opas haben ihre Freude", beschreibt Dieter Grünert das Feeling. Er gehörte zum Team der Gästeführer, das beim Auf- und Abbau geholfen und während der Veranstaltung aufgepasst hat, dass sich keine Fußgänger auf den mit Absperrbändern kenntlich gemachten Fahrstrecken aufhalten. "Wir achten darauf, dass auf dieser Strecke wirklich nur Leute sind, die Rollen unter den Füßen haben", so Jürgen Rößler. Dann bittet der Gästeführer eine junge Frau mit Kinderwagen, den Fahrweg zu verlassen und ergänzt: "Die Leute sind alle sehr vernünftig."

Rücksicht ist auch für Thomas Müller oberstes Gebot: "Ich fahre zwar gern schnell aber kontrolliert." Dann rollt er davon, denn er will die gesamte Zeit nutzen: "Im vorigen Jahr bin ich hier 38 Kilometer gefahren. Dieses Jahr ist der Zähler zu Hause geblieben. Ich will heute einfach nur Spaß haben."

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