Auszeichnung für besonderen Forschergeist der Kleinsten

Zum fünften Mal in Folge ist die Kita "Haus Kunterbunt" im Oelsnitzer Gewerbegebiet Hoffeld als "Haus der kleinen Forscher" zertifiziert worden.

Oelsnitz.

Mit acht Kitaplätzen und zwei Erzieherinnen gehört das "Haus Kunterbunt" zu den kleinsten Kindertageseinrichtungen Sachsens. In Sachen Entdeckergeist und Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Phänomenen allerdings gehört die Einrichtung zu den besten der Region. Im Jahr 2011 haben Katja Möckel und Brigitte Szust mit ihren Steppkes erstmals die Plakette "Haus der kleinen Forscher" erkämpft. Jetzt haben sie das zwei Jahre lang gültige Gütesiegel zum fünften Mal in Folge überreicht bekommen. Keine alltägliche Sache, wie Kerstin Lehmann von der Handwerkskammer Chemnitz verdeutlicht: "Es gibt viele, die dranbleiben. Aber das ist erst die vierte Kita, die ihre fünfte Plakette bekommen hat. Das sind absolute Vorzeigekitas." Seit 2009 wird die Plakette in Sachsen vergeben. Von den 300 Kitas und 100 Horten in der Region Erzgebirge-Mittelsachsen haben sich bislang 53 zertifizieren lassen. Am 22. Oktober erhält auch die Awo-Kita "Rote Schule" in Oelsnitz das Zertifikat - bereits zum dritten Mal. Geschenkt bekommt man diese Anerkennung allerdings nicht. Lehmann: "Das ist mit Aufwand verbunden. Die Erzieher werden fortgebildet und pädagogisch überprüft. Die durchgeführten Projekte müssen dokumentiert werden." Von den 18 derzeit angebotenen Projekten der "Kleinen Forscher" sind im Haus Kunterbunt bereits zwölf durchgeführt worden. So wurden Luft, Magneten, Klänge und Geräusche Strom und Energie erforscht.

Zur jetzigen Zertifizierung haben sich die zwei- bis sechsjährigen Kinder mit dem Wasserkreislauf befasst. Wie wird aus einer Schäfchenwolke eine dunkle Gewitterwolke? Wie kommt der Regen auf die Erde, und welche Rolle spielt die Sonne beim Weg des Wassers zurück an den Himmel? Die Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Phänomenen soll den Steppkes kindgerecht nahegebracht werden. Dass das geschafft wurde, zeigen die Einträge in der Fotodokumentation. Dort steht, warum die Kinder nichts gegen Regen haben: "Wenn es nicht regnet, können wir unsere Tomaten nicht gießen." Auch überraschende Deutungen finden sich: "Wenn das Wasser warm wird, kommen die Quallen rein."

Im Haus Kunterbunt wird auch weitergeforscht, wenn die Plakette hängt. Besondere Erlebnisse werden da ganz schnell zum Forschungsprojekt: "Als im Frühjahr ein Bienenschwarm in einem Apfelbaum des Kita-Gartens hing, haben wir zuerst einen Imker geholt. Danach haben wir uns noch bis in den Herbst mit Äpfeln beschäftigt", so die Erzieherinnen. Dabei wurde untersucht, wann ein Apfel schwimmt, es wurde Apfelkompott, Apfelscheiben getrocknet und das Lied "In einem kleinen Apfel" einstudiert. Gerade im Moment laufen noch zwei Experimente, für die die Kinder Geduld brauchen: In einer Glasschale wird gerade ein Mangokern zum Keimen gebracht. Am Fenster steht ein Avocado-Bäumchen. Die ebenfalls aus einem Kern gezogene Pflanze ist inzwischen einen halben Meter hoch.

Vor 19 Jahren wurde das Haus Kunterbunt von Gabriele Scheffler als reine Betriebseinrichtung gegründet. Inzwischen ist der Träger die Cenit AG und auch Betriebsfremde können ihre Kinder hier betreuen lassen. Im Prinzip. Reinzukommen in die kleine Forschergruppe ist aber nicht so leicht: Es gibt lange Anmeldelisten.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...