Autohaus Pfüller: Rat stimmt für Bebauungsplan

Die Erweiterung der Firma an der Chemnitzer Straße in Thalheim rückt näher - trotz des Widerstands von Anwohnern.

Thalheim.

Die Thalheimer Stadträte haben den Bebauungsplan (B-Plan) genehmigt, der eine Erweiterung des Autohauses Pfüller an der Chemnitzer Straße ermöglicht. "Ich weiß, dass das nicht den Wünschen aller Bürger entspricht", sagte Bürgermeister Nico Dittmann. Aber alle Einwände seien beachtet worden - selbst Eingaben, die nicht fristgerecht eingingen. So meldete sich in der Sitzung eine Anwohnerin zu Wort: Als der B-Plan öffentlich auslag, habe sie noch nicht in dem Haus gewohnt, das in der Nähe der Firma Pfüller steht. Ihre verspätete Eingabe sei dennoch berücksichtigt worden, sagte Dittmann.

Der Bürgermeister musste sich schon im April gegen Kritik verteidigen. Damals beschlossen die Räte den Flächennutzungsplan, der dem B-Plan vorausgeht. Anwohner warfen Dittmann vor, ihre Argumente würden unter den Tisch fallen. Ihnen ging es unter anderem um Naturschutz, Flutschutz und die Versiegelung von Flächen. Dittmann machte deutlich, dass ein Großteil der Einwände erst später, im B-Plan-Verfahren, relevant werde.


Stellt eine Verwaltung einen neuen B-Plan auf, muss sie Anwohner und Träger öffentlicher Belange einbeziehen: Behörden, Verbände, Verwaltungen - alle können eine Stellungnahme abgeben. Über die Einwände stimmen die Räte einzeln ab, was zu langen Sitzungen führen kann. In Thalheim fiel die Entscheidung am Donnerstagabend.

Der B-Plan ist nötig, weil die Fläche neben dem Autohaus zum Außenbereich der Stadt zählt, wo Ansiedlungen nicht erlaubt sind. Ein Argument gegen den Plan zielte darauf ab, dass zunächst freie Grundstücke im Innenbereich bebaut werden sollten. Hintergrund ist eine Vorgabe des Baugesetzbuchs, wonach Grund und Boden sparsam zu nutzen sind. Doch laut Verwaltung ist der Raum für neue Häuser in Thalheim knapp. Bereits 2012 wurden Besitzer von 13 freien Grundstücken in Thalheim angeschrieben. Drei meldeten sich zurück, darunter einer, der mitteilte, dass sein Grundstück nicht zum Verkauf steht. Die übrigen zwei Flächen haben inzwischen den Besitzer gewechselt.

Andere Kritiker beriefen sich auf den Artenschutz. Demnach seien etwa Schwarzspechte und Eisvögel gesichtet worden. Ein Ingenieurbüro aus Chemnitz hat daher ein Gutachten erstellt. Ergebnis: Der Artenschutz ist gewährleistet, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Demnach sollen zum Beispiel Bäume in der Böschung erhalten bleiben und Gehölze während der Brutzeit nicht bearbeitet werden.

Die Befürchtung, dass die Flutgefahr durch Versiegelung steigt, hat die zuständige Wasserbehörde ausgeräumt. Das Landratsamt prüft die Beschlüsse.

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