Ballett beim Theaterball: Tanzend durch die Zaubernacht

Ohne sie ist kaum noch eine Aufführung im Eduard-von-Winterstein-Theater vorstellbar: die Damen und Herren vom Ballett. Und schon gar nicht der Gala-Abend. Und der ist in mehrfacher Hinsicht eine besondere Herausforderung.

Annaberg-Buchholz.

Wenn der Theaterball naht, dann leuchtet auf der Probebühne des Eduard-von-Winterstein-Theaters in Annaberg-Buchholz oft bis spät am Abend noch Licht. Geprobt wird dann allerdings nicht mehr. Vielmehr brütet Choreografin Susi Zanic in aller Stille über dem Programm für die beiden großen Gala-Abende, das von der Leitung des Hauses erarbeitet wurde und nun mit Leben erfüllt werden muss. "Dafür gehen schon einige Nächte ins Land", sagt sie. Und dann kann es durchaus passieren, dass sie der Sicherheitsdienst freundlich aber bestimmt in den Feierabend schickt.

Dennoch ist für sie persönlich der Theaterball in jeder Spielzeit aufs Neue das größte und zugleich aufregendste Projekt. Auch, wenn er für alle Beteiligten viel zusätzliche Arbeit bedeutet. Auch für die Tänzerinnen und Tänzer, die "das alles nebenberuflich machen", betont die Choreografin. Zusammen mit Tänzerin Jana Burkert ist sie selbst am längsten mit dabei - seit fast 20 Jahren. Damals gehörten sie noch zur Showtanzgruppe des Erzhammers, die von Uwe Moule betreut wurde. Vor etwa zehn Jahren hat sich die Gruppe dann losgelöst, wurde zum Extraballett des Theaters und Susi Zanic übernahm die Leitung. Fortan wurden die Herausforderungen stetig mehr. "Mittlerweile sind die Tänzerinnen und Tänzer in fast jeder Inszenierung dabei, übernehmen mitunter auch schauspielerische Aufgaben und Gesangsparts." Das alles zu meistern, erfordere einen "extrem großen Zeitaufwand" und vor allem "viel Herzblut". Und dafür verzichte jeder von ihnen auf einiges an Privatleben, macht sie deutlich. Und weiß dabei als Ehefrau und Mutter einer kleinen Tochter nur zu gut, wovon sie spricht. Da bleibt für sie selbst zum Tanzen nur noch wenig bis gar keine Zeit. Das bedauert sie sehr. Doch neben ihrer choreografischen Arbeit ist sie in erster Linie als Regieassistentin im Haus beschäftigt.

Acht bis zehn Leute im Alter zwischen 16 und Mitte 30 gehören zum festen Stamm des Extraballetts. Sie kommen überwiegend aus der Region, aber durchaus auch als Studentinnen beziehungsweise Studenten regelmäßig aus Leipzig beispielsweise. Dazu kommen ab und an Mitstreiterinnen und Mitstreiter, die aus zeitlichen Gründen nicht mehr jede Aufführung mitgestalten können. Aber wie alle anderen auch immer noch viel Spaß am Tanzen haben. Und der kommt bei allem Stress und bei aller Anstrengung nicht zu kurz, versichert die Annaberg-Buchholzerin. Besonders beliebt sind dabei Musicalaufführungen wie "Sommertraumnacht" oder "Fame" beispielsweise - und in der neuen Spielzeit "The Rocky Horror Show", die im Februar Premiere hat.

Doch erst einmal gilt alle Aufmerksamkeit dem Theaterball oder besser den Theaterbällen, denn bereits am gestrigen Freitag gab es davon die erste Ausgabe, ehe am heutigen Samstag Teil zwei folgt. Das Thema dieses Jahres lautet "Zaubernacht". Das hat der Theater-Förderverein so vorgegeben. Austragungsort ist erneut das Ahorn Hotel Am Fichtelberg in Oberwiesenthal. Ein Spielort, der an alle Akteure noch einmal zusätzliche Anforderungen stellt. Zum einen, weil das Publikum von zwei Seiten auf die Bühne schaut. Zum anderen, weil die Wege zwischen der Garderobe und dem Saal vergleichsweise lang sind. Alles wichtige Details, die bei der Vorbereitung der Darbietungen beachtet werden müssen. Am allerwichtigsten aber: Als Choreografin muss Susi Zanic spiegelverkehrt sehen und denken. Noch einmal eine ganz besondere Herausforderung. "Aber das hält fit im Kopf fürs Alter", sagt sie und lacht.

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