Band und Fans kommen nach langer Pause schnell in Schwung

Rock'n'Roll und Rockabilly sind im Lugauer Kultur- und Freizeitzentrums seit langem ein Selbstläufer. Nun wurde an die Erfolge angeknüpft - trotz der Corona-Einschränkungen.

Lugau.

Ray Allen & Band waren zum ersten Mal im Kultur- und Freizeitzentrum (KFZ) Lugau zu Gast. Werbung musste für das Konzert trotzdem nicht gemacht werden, denn die Karten fürs Musikcafé verkaufen sich praktisch fast von selbst. Leiter Sven Neubert freute sich, dass an diesem Abend sich etliche Besucher ganz im Stil der Rockabilly-Szene in Schale geworfen hatten. Da flanierten Damen in Petticoats und Herren in weiten Hosen über den Hof. "Ich finde es toll, wie die Leute hier mitmachen", so Neubert.

Die Hygieneregeln wurden gelassen in Kauf genommen. Nur 70 statt der sonst mehr als 100 Besucher. Namentliche Erfassung, Desinfektionsmittel. Im Zelt waren die Stühle so gestellt, dass jeweils die Gästegruppen zusammensaßen, die auch zusammengehörten. Dazwischen wurde Platz gelassen.

Doch als Ray Allen & Band musikalisch mit "Flip Flop & Bob" in den Abend starteten, hielt es viele Gäste nicht mehr lange auf den Sitzen.

"Wir tanzen seit 32 Jahren. Seit Corona sind 28 Konzerte ausgefallen, zu denen wir eigentlich gehen wollten", berichteten Holger und Aniko Lange. Die Chemnitzer gehörten zu den ersten, die an diesem Abend das Tanzbein schwangen. Brigitte Brückner ist Stammgast im KFZ. "Ich hatte schon mit 14 Jahren den Rhythmus im Blut", sagte sie schmunzelnd. Dass sie mit einem weit schwingenden Rockabilly-Rock über den Hof wirbelte, war für die Lugauerin selbstverständlich: "Das mache ich auch, um den Musikern die Ehre zu erweisen."

Ray Allen & Band tat der Auftritt sichtbar gut. Es war erst die zweite Veranstaltung nach fast fünf Monaten Spielpause, in der man das Quartett aus Chemnitz erleben konnte. "Die Corona-Zeit habe ich eher privat genutzt", sagte Frontmann und Bandleader Mathias Arnold, der sich der Musik hauptberuflich verschrieben hat, auch als DJ arbeitet und Gitarrenunterricht gibt. Mit den ersten Auftritten jetzt sei er noch längst nicht aus dem Gröbsten raus. "Es ist schwierig. Wir spielen ja keine Zuhörmusik, sondern Tanzmusik." Weniger Leute bei den Veranstaltungen bedeuten für Mathias Arnold weniger Einnahmen, also weniger Gage. "Da müssen wir aufpassen, ob sich das auch rechnet."

An der Begeisterung des Publikums in Lugau jedenfalls scheiterte es nicht. Die Band hat ein breites Repertoire im 1950er-Jahre-Rhythmus zu bieten. In Lugau reichte die Palette der Songs von "Blues Please Let Me Be", einem Titel von der aktuellen Single, bis hin zum bekannten "Kansas City".

Wer ins Musikcafé kommen will, sollte vorbestellen; die Konzerte sind wegen der zugelassenen geringeren Gästezahl schnell ausgebucht. Das nächste Konzert ist am 19. September. Da spielen die Strawberries Beatles-Songs, Flower Power und eigene Stücke im Sound der Sixties.

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