Baustellen-Kreuzung stellt Thalheimer auf Geduldsprobe

Der Knotenpunkt der Stadt ist in dieser Woche zum Nadelöhr geworden. Einwohner werfen den Behörden schlechte Planung vor. Doch selbst der Bürgermeister war überrumpelt.

Thalheim.

Rollt in diesen Tagen ein Laster auf die Kreuzung vorm Thalheimer Rathaus, steigt die Anspannung. Denn auf der Hauptstraße wird seit Dienstag gebaut. Etliche Schilder, neue Ampeln und plötzlich eingerichtete Einbahnstraßen verwirren die Autofahrer. Der Knotenpunkt der Stadt wird zum nervenaufreibenden Nadelöhr.

Die Hauptstraße ist halbseitig gesperrt, weil der Regionale Zweckverband Lugau-Glauchau Trinkwasserleitungen erneuert - von der Apotheke bis zum Kiosk. Wer aus Richtung Meinersdorf kommt, kann die die Fahrbahn als Einbahnstraße nutzen. Der Verkehr aus der Gegenrichtung wird über die Augustusstraße und die Salzstraße umgeleitet. Und auch die Stadtbadstraße ist derzeit eine Einbahnstraße. An zwei Ampeln staut sich zudem der Verkehr - neben dem Rathaus und auf Höhe der Zwönitz. Hinzu kommt, dass es auf der Hauptstraße bereits seit Monaten wegen einer andern Baustelle stockt: An der Uferstraße entsteht eine Fußgängerbrücke, die über die Zwönitz führen soll. Auch dort warten Autofahrer an Ampeln.


Thalheims Bürgermeister, Nico Dittmann, musste sich in den vergangene Tagen einiges anhören. Einwohner warfen den Behörden schlechte Planung vor. Dittmann stellte jedoch klar, dass die Stadtverwaltung die Maßnahme weder angeordnet noch organisiert hat. Andernfalls hätte er die Thalheimer deutlich früher aufgeklärt. Tatsächlich sei auch die Verwaltung erst vor kurzem informiert worden. Die Bauarbeiten dauern laut Zweckverband bis zum 30. Oktober.

Das große Chaos, das der Bürgermeister befürchtet hatte, ist zwar ausgeblieben. Aber Anlieger und Firmen werden durch die Baustelle vor Probleme gestellt. "Wir haben schon gemerkt, dass Kunden weggeblieben sind", sagt Gitte Drechsel, die Inhaberin des Kiosks, der gegenüber vom Rathaus steht. Sie habe erst am Freitag von den Plänen erfahren. Den Kiosk erreichte gestern nur, wer durch die Baustelle marschierte. Noch fehlte ein Überweg. Kompliziert ist die Lage für Drechsels Geschäft auch insofern, als sie Essen ausliefert. Normalerweise werden zwei Runden gefahren, damit das Essen frisch bei den Kunden ankommt. Nun muss eine große Runde reichen.

Nach den Erfahrungen der ersten Tage wurde am Mittwochnachmittag auch die Salzstraße spontan in eine Einbahnstraße umgewandelt. Dadurch könnte sich die Lage weiter entspannen. Die Stadt setzt sich seit Jahren dafür ein, dass die Kreuzung Chemnitzer/Hauptstraße zu einem Kreisverkehr umgebaut wird. Das Problem: Die Straßen, die die Kreuzung bilden, gehören nicht der Kommune. Zuständig sind der Freistaat und der Bund. Die hatten das Projekt lange Zeit abgelehnt. Derzeit wird die Idee erneut geprüft.

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