Beiträge für Kita-Platz steigen

2019 wird die Betreuung in Niederwürschnitz teurer. Das stieß im Rat auch auf Widerstand. Unter anderem, weil der Träger ebenfalls eine Gebühr verlangt. Aber hat das eine mit dem anderen zu tun?

Niederwürschnitz.

Seit 2010 hat es in Niederwürschnitz keine Erhöhung der Gebühren für einen Kita-Platz mehr gegeben. Die stete Zunahme der Betriebskosten - maßgeblich wegen gestiegener Personalkosten - hat nun aber dazu geführt, dass die Elternbeiträge insbesondere in der Krippe nicht mehr im gesetzlich vorgegebenen Bereich liegen. Denn ihre Höhe ist in Sachsen an die Betriebskosten gekoppelt. So lautete der Vorschlag der Verwaltung, die Elternbeiträge ab 2019 anzuheben - für eine Neun-Stunden-Krippenbetreuung von 177,79 auf 197,58Euro im Monat. Weil man wieder möglichst lange stabile Gebühren haben möchte, sollen auch im Kindergarten und im Hort Anpassungen vorgenommen werden, obwohl man dort der vorgeschriebenen Untergrenze zwar näher gekommen ist, aber sie noch nicht unterschritten hat. Im Kindergarten hieße das für neun Stunden 114,30 Euro (bisher 107,03Euro) und im Hort für sechs Stunden 69,12 Euro (62,61 Euro). Diese Zahlen gelten für das erste Kind einer Familie, es wird auch wieder Staffelungen bei weiteren Kindern sowie Ermäßigungen für Alleinerziehende geben.

Der Beschluss zur Erhöhung wurde am Montagabend nicht einstimmig gefasst, es gab auch Widerstand. So sprach Jörg Grimm (CDU) an, dass es Bundesländer gebe, in denen die Betreuung für die Eltern kostenfrei ist. Allerdings, so wurde ihm erklärt, gehört Sachsen nicht dazu. Im Gegenteil. Wenn man sich nicht an die Vorgaben halte und die möglichen Einnahmequellen nicht ausschöpfe, könne es Probleme bei der Genehmigung des Haushaltes geben, sagte André Schnerrer vom Eigenbetrieb der Gemeinde.

Steffen Kaddereit (Linke) war gegen die Erhöhung, weil die Eltern für jedes Kind auch noch 25 Euro an den Kita-Träger zahlen müssten, für Lehrmittel und Technik. Aber, so Bürgermeister Matthias Anton, dies habe nichts miteinander zu tun. Das bestätigte auch Kita-Leiterin Jacqueline Unglaub gegenüber "Freie Presse". Von der "konzeptbedingten Zusatzgebühr" werden Aufwendungen finanziert, die durch die fremdsprachliche Bildung an der Kita entstehen. Dabei handle es sich nicht nur um Technik und Material, sondern auch um Personalkosten. So arbeite aktuell beispielsweise eine Englisch-Lehrerin aus der Türkei in der Kita, die nicht über den Personalschlüssel finanziert werden könne.

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