Belgis aus Afghanistan hat Operation gut überstanden

Im Stollberger Kreiskrankenhaus wird wieder ein Kind behandelt, das vom Hilfswerk "Friedensdorf International" gebracht wurde. Nach geglückter OP gab es nun noch eine "warme Überraschung" für die Neunjährige.

Stollberg.

Belgis ist neun Jahre alt und kommt aus Afghanistan. Derzeit wird das Mädchen wegen einer schweren Knochenmarksentzündung im Oberschenkel am Stollberger Kreiskrankenhaus behandelt. Denn in seiner Heimat ist eine solche Entzündung medizinisch nicht beherrschbar. Es fehlt an Geld, an medizinischer Ausstattung, an Hygiene und vor allem an Erfahrung der Operateure.

Diese Erfahrung hat Dr. Wilmar Hubel, Chefarzt an der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie. Und Belgis ist auch nicht seine erste kleine Patientin aus einem Krisengebiet. Es handelt sich mittlerweile schon um das 15. Kind, das seit 2003 über das "Friedensdorf" ins Kreiskrankenhaus Stollberg vermittelt wurde. Die Behandlungskosten werden zum einen durch Spenden und zum anderen vom Krankenhaus finanziert.

Im Februar fand der 75. Afghanistaneinsatz des Hilfswerks "Friedensdorf International" statt, Belgis gehört zu 69 Kindern, die dabei aus Afghanistan zur medizinischen Behandlung nach Deutschland geholt und hier auf Krankenhäuser verteilt wurden. Kinder mit Gesichtsverletzungen kommen beispielsweise in spezialisierte Einrichtungen mit einer Klinik für Plastische Chirurgie. Und Kinder mit schweren Knochenentzündungen, die meist aus schlecht verheilten Brüchen mit anschließenden bakteriellen Infektionen resultieren, werden unter anderem nach Stollberg gebracht.

"Die Krankheitsursache bei den bisher von uns behandelten Kindern resultiert größtenteils aus der Armut, in der die Kinder in Afghanistan leben", erklärt Chefarzt Wilmar Hubel. Medizinische Versorgung sei für den Großteil unbezahlbar und selbst wenn, dann fänden man in Afghanistan nicht die medizinischen und hygienischen Möglichkeiten, die hierzulande zum Standard gehören, erklärt er.

Die neunjährige Belgis indes hat ihre Operation gut überstanden, erklärt der Chefarzt. Mittlerweile hatte sie sogar Besuch am Krankenbett, der sie mit warmen Stricksachen für daheim ausstattete: Jutta Riemer von den Stollberger "Stricklieseln". Neben Süßigkeiten hatte Riemer Selbstgestricktes ihrer Handarbeitsgruppe mitgebracht: Schal, Mütze, Handschuhe und Socken. Aus gutem Grund: Während die Temperaturen im Süden Afghanistans bis auf mehr als 50 Grad Celsius klettern, kann es im Hochland empfindlich kalt werden.

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