Bergaufzug eröffnet das Jubiläumsjahr in Oberoelsnitz

Es gibt einiges zu feiern rund um den Anker und die Goethe-Schule. Schon am Wochenende geht es weiter.

Oelsnitz.

Ein festlicher Bergmännischer Aufzug anlässlich des 300-jährigen Jubiläums des Vereinshauses "Zum Anker" war am Freitag der Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen in Oberoelsnitz. Angeführt von den Oelsnitzer Blasmusikanten und unter dem Beifall zahlreicher Schaulustiger am Straßenrand, marschierten die Knappschaft des Lugau-Oelsnitzer Steinkohlereviers, eine Abordnung des Oberoelsnitzer Carnevalsvereins und Mitglieder des Heimatvereins vom Sportplatz zum Vereinshaus. Der Bergmusikkorps "Glück Auf" machte unter anderem mit bekanntem bergmännischen Liedgut, dem Oelsnitzer Bergmarsch und dem Steigermarsch seine Aufwartung.

Der Vorsitzende des Erzgebirgischen Heimatvereins Oberoelsnitz, Jürgen Metzler, brachte in seiner Festrede den Stolz aller Vereinsmitglieder zum Ausdruck, dass ein Haus, das zum Abbruch vorgesehen war, heute in voller Pracht erstrahlt und für die Zukunft gerüstet ist. Jürgen Metzler erinnerte zudem an das Eröffnungsjahr der Gaststätte "Zur oberen Schmiede" vor 300 Jahren: "Es ist überliefert, dass es ein sehr heißer, trockener Sommer war und auf den Feldern alles verbrannte. Nach monatelanger Dürre hatte es erst im August erstmals wieder geregnet." Und neben der Freude über ein neues Gasthaus in Oberoelsnitz gab es noch mehr Höhepunkte in der Geschichte. "Im Jahr 1719 wurde zum Beispiel der Roman ,Robinson Crusoe' von Daniel Defoe veröffentlicht und das Opernhaus am Zwinger in Dresden neu eröffnet", blickte Jürgen Metzler zurück.


Viele Einwohner freuten sich am Freitag auf ein Wiedersehen mit Bekannten. Immer wieder gab es freundliche Begrüßungen. Auch wenn man nahe beieinander wohnt, im Alltag trifft man sich doch eher selten, lautete dazu die Meinung der Besucher. Für Birgitt Kunstmann ist das Jubiläum eine willkommene Gelegenheit, ihren ehemaligen Heimatort zu besuchen. Die gebürtige Oberoelsnitzerin war 1958 mit ihren Eltern nach Halle gezogen. Da war die junge Birgitt Becker zwölf Jahre alt und besuchte die 6. Klasse. Leicht gefallen sei ihr der Umzug damals nicht, sagt sie heute. Sie habe sich in Oberoelsnitz sehr wohlgefühlt, deshalb ist die Verbindung zum ehemaligen Wohngebiet auch nach 61 Jahren noch stark. "Immer wenn ich hierherkomme, und das tue ich so oft es geht, erinnere ich mich an Schulfreundinnen und Bekannte. Und bei solchen Feierlichkeiten trifft man sich ganz ungezwungen", meinte die 73-Jährige. So wird Birgitt Kunstmann, die sehr angetan vom sanierten Anker ist, auch kommendes Wochenende zum Wohngebietsfest wieder dabei sein. "Besonders freue ich mich, dass ich bis heute zu jedem Klassentreffen eingeladen werde, obwohl ich nur bis zur 6. Klasse in der Schule gelernt habe."

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