Bergbaumuseum rückt Schätze aus Papier in den Vordergrund

Rund 60.000 Exponate zählt die Sammlung des Bergbaumuseums, nur ein Bruchteil davon ist zu sehen. Darum werden einzelne Stücke als "Objekt des Monats" vorgestellt. Aktuell sind es Bücher.

Oelsnitz.

Im Oktober präsentiert das Bergbaumuseum Oelsnitz als Exponat(e) des Monats einzigartige Schätze seiner Bibliothek, erklärt Museologe Matthias Hempel. Bücher stehen ebenfalls im Mittelpunkt einer Veranstaltungspremiere in diesem Monat: dem Tag der Bibliotheken.

Mit den Büchern in der im Treppenhaus des Rundbaus stehenden Vitrine des Monatsobjektes will das Museum vor allem auf seine eigene und erst seit kurzem eingerichtete Fachbibliothek aufmerksam machen, die in erster Linie den Mitarbeitern als Informationsquelle dient, nach Anmeldung aber auch interessierten Besuchern offen steht, erklärt Hempel.

Unter anderem sind als "Objekt des Monats" eine Dissertation über die Rechtslage des Steinkohlenbergbaues aus dem Jahr 1742, ein Berg-Register der Frisch-Glück-Fundgrube zu Johanngeorgenstadt von 1748 und die seltene Reprint-Ausgabe von Agricolas berühmten zwölf Büchern über das Berg- und Hüttenwesen, gedruckt 1928, zu sehen. Aber auch ein Buch zur Bergbaukunde, das der spätere technische Direktor des Oelsnitzer Hedwigschachtes, Heinrich Mauersberger, während seiner Studienzeit in Freiberg um 1880 handschriftlich anlegte, hat Einzug in die Vitrine im Treppenhaus des Rundbaus gehalten. Hempel: "Die ausgestellten Bücher sind Schätze, denn sie sind die Träger, Hüter und Bewahrer von Tradition und Wissen."

Es ist noch gar nicht so lange her, da waren die Buchschätze des Bergbaumuseums auf die Arbeitszimmer der Mitarbeiter verteilt. Vor drei Jahren begann dann Klaus Birkenfelder, die Bücher in einem Raum zusammenzufassen. Birkenfelder ist sozusagen "bibliothekarischer Seiteneinsteiger", der Hohndorfer hatte als Ruheständler nach einem sinnvollen Ehrenamt gesucht und es im Bergbaumuseum gefunden. Inzwischen hat Birkenfelder die geschätzt 5000 Bücher noch einmal umgelagert und sortiert - denn seit kurzer Zeit befindet sich die Fachbibliothek in einem fast doppelt so großem Raum wie zuvor.

Wobei die Sortierung nicht ganz so einfach ist, wie Birkenfelder sagt. "Die Nomenklatur einer Bibliothek ist hier kaum anwendbar", hat er feststellen müssen. So hat er eine eigene Ordnung geschaffen - ein Teil der Schildchen an den insgesamt 38 Regalen weist zum Beispiel auf verschiedene Steinkohlenreviere hin. Auf anderen steht "Bergakademie", "DDR-Geschichte" oder "Wismut". Ein komplettes Regal ist mit grauen Kartons gefüllt - voller Zeitungen und Zeitschriften.

Wer sich für den Bestand der Museumsbibliothek interessiert, hat dazu am 23. Oktober Gelegenheit, dann bietet Klaus Birkenfelder eine Führung an. Denn an dem Tag begeht das Bergbaumuseum den "Tag der Bibliotheken" - und holt sich gleich drei dieser Einrichtungen ins Haus: die Stadtbibliotheken Oelsnitz, Lugau und Stollberg. "Sie werden die Veranstaltung nutzen, um sich und ihre Angebote vorzustellen", sagt Hempel.

Das Motto des Tages "Schöpfen, Schmökern und Verhökern" verrät die weiteren Angebote: Künstlerin Antje Henkel, die in der Papiermühle Zwönitz ihr Atelier hat, lädt zum Papierschöpfen ein und Klaus Birkenfelder will Duplikate der Museumsbibliothek an den Mann bringen. Auch seitens der Bibliotheken sind Bücherflohmärkte geplant.

Der Tag der Bibliotheken im Oelsnitzer Bergbaumuseum findet am 23. Oktober von 11 bis 17 Uhr im historischen Saal statt.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...