Berufswunsch und Urlaub führen zu freiwilligem Prüfungsstress

Seit sieben Jahren lassen Schüler der Internationalen Oberschule Niederwürschnitz ihre Sprachkenntnisse von einem externen Institut testen. Zur Vorbereitung gibt es im Stundenplan sogar jede Woche eine extra Stunde.

Niederwürschnitz.

61 der insgesamt 157Siebt- bis Zehntklässler der Internationalen Oberschule Niederwürschnitz (ION) haben in diesem Schuljahr an den sogenannten Telc-Sprachprüfungen in Englisch teilgenommen und haben sehr gut abgeschnitten. Wie Englischlehrerin Tina Großer erklärt, bestanden 62 Prozent von ihnen die Prüfung mit 1 oder 2, wenn man das Ergebnis in eine Schulnote umrechnen würde.

Seit sieben Jahren gebe man Schülern die Möglichkeit, ein Telc-Zertifikat abzulegen. Weil die Prüfungen nicht einfach und auch mit einer Gebühr verbunden sind, werde zuvor durch den Sprachlehrer ein Gutachten erstellt, wie die Erfolgsaussichten für ein bestimmtes Zertifikat sind, erklärt sie. Mit der Telc-Gesellschaft habe man ein renommiertes Spracheninstitut als Partner, die Prüfungen können in der Schule angeboten werden.

Telc steht für The European Language Certificates (deutsch: Europäische Sprachenzertifikate). Die telc gGmbH ist ein Tochterunternehmen des Deutschen Volkshochschul-Verbandes. Die ION arbeitet konkret mit der Volkshochschule Plauen zusammen. Von dort komme eine Vertreterin an die Schule, die die Tests - Hörverstehen, Lesen und Schreiben - mit den Schülern durchführt, erklärt Tina Großer. ION-Lehrer, die dafür extra geschult wurden, übernehmen den mündlichen Prüfungsteil.

Um die Schüler maximal auf die Prüfung vorzubereiten, wird eine zusätzlich in den Lehrplan aufgenommene Wochenstunde genutzt. Die Schüler, die an den Telc-Prüfungen teilnehmen, werden in dieser Stunde mit dem Testformat vertraut gemacht und speziell darauf vorbereitet, sagt Großer. Alle anderen nutzen die Stunde für vertieften Sprachunterricht, speziell die Kommunikation in Englisch.

Warum aber nehmen die Schüler den zusätzlichen Prüfungsstress auf sich, was erhoffen sie sich von dem Zertifikat? Kari Landmann aus der 10a hat sich der Herausforderung bereits dreimal gestellt und dieses Jahr das Zertifikat B2 mit einer 2 geschafft. "B2 ist das höchste, was ein Zehntklässler eigentlich zu leisten vermag", sagt die Sprachlehrerin. Karis Motivation? "Wir fahren viel ins Ausland in den Urlaub", sagt die 15-Jährige. Dort könne sie Englisch gut gebrauchen. Beruflich werde sie wohl eher "nichts mit Sprachen machen". Jetzt heiße ihr Ziel erstmal, am BSZ Oelsnitz das Abi zu machen.

Bei Hans Sobieray hingegen sind es eindeutig berufliche Gründe, die dazu geführt haben, dass er in der 10. Klasse erstmals an der Telc-Sprachprüfung teilnahm. "Ich beginne dieses Jahr eine Lehre als Koch", sagt er, und als solcher wolle er gern auch im Ausland arbeiten. Den Ausbildungsvertrag hat er bereits in der Tasche - mit dem Schlosshotel in Klaffenbach. Bei Siebtklässler Robin Lorenz ist es der gleiche Berufswunsch, der ihn zur Sprachprüfung gehen ließ. Hinzu sei aber noch gekommen, dass ihm das Ganze seitens seiner Lehrerin eigentlich nicht zugetraut wurde. "Da habe ich mir gesagt, nun erst recht", erklärt der zwölfjährige Leukersdorfer, der seine Prüfung am Ende mit 1 bestand. Auch für Elise Hauck, ebenfalls Siebtklässlerin an der ION, war die Teilnahme eine Premiere und der Grund ihr Berufswunsch. Sie möchte Lehrerin werden, und Englisch als Fach soll dabei sein.

Die Internationale Oberschule und das Internationale Gymnasium Niederwürschnitz laden für 1. Februar, 14.30 bis 17.30Uhr zum Tag der offenen Tür ein.

www.saxony-international-

 

school.de

 


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