Besonderer Rahmen für Preisverleihung

Am Freitag wird in Oelsnitz der Reiner-Kunze-Preis verliehen. 27 junge Leute haben sich intensiv mit Leben und Werk des Preisträgers beschäftigt. Ihre künstlerischen Umsetzungen sind fantasievoll und überraschend.

Oelsnitz.

Der von der Stadt Oelsnitz ausgelobte Reiner-Kunze Preis wird am Freitag im Bergbaumuseum an den Lyriker und Übersetzer Stevan Tontić verliehen. Erstmals gibt es am Vorabend der Preisverleihung eine separate, öffentliche Veranstaltung. Das Besondere: Vorbereitet und durchgeführt wird diese Ehrung des Preisträgers von Zwölftklässlern des Beruflichen Schulzentrums "Erdmann Kircheis". 27 Schüler haben sich beteiligt, und entsprechend vielfältig sind die Ergebnisse.

Ein Teil der Schüler hat ein rund einstündiges Programm mit Moderation, Interview, Gedichtvorträgen und mehreren selbst gedrehten Filmen vorbereitet. "Mich haben einige der Ideen sehr beeindruckt", freut sich Lehrerin Katja Fay über die teils überraschenden Ergebnisse. "Die Schüler haben sich sehr intensiv mit den Gedichten von Stevan Tontić beschäftigt. "Ich hätte selbst nicht unbedingt gedacht, dass dieses Thema so weit trägt."


Neben der von den Schülern konzipierten Veranstaltung ist eine Ausstellung entstanden, die bereits seit einigen Tagen in der Stadtbibliothek zu sehen ist. Thematisiert wird das Leben und Werk des diesjährigen Preisträgers. Der bosnische Schriftsteller und Übersetzer Stevan Tontić hat die Belagerung von Sarajevo 1992 erlebt und die Stadt im Mai 1993 verlassen. Danach lebte er bis 2001 in Deutschland, ehe er nach Sarajevo zurückkehrte. In seinen Arbeiten setzt er sich mit den Erfahrungen von Krieg und Exil auseinander, und diese Stationen von Tontics Leben spiegelt auch die Ausstellung wider. Die gestalteten Rahmen tragen Titel wie "Literatur der Freiheit" (Miriam Reinhold), Kanonenhagel (Lucy Krügel/Julia Gränitz) und "Strudel ins Nichts" (Vivien Schulz/Heidrum König). Vincent Bochmann, der gemeinsam mit Moritz Richter zwei Collagen gestaltet hat, erläutert zum Vorgehen: "Wir haben zunächst Ideen gesammelt, und sie dann zu zwei Rahmen verdichtet." Entstanden ist dadurch eine Arbeit zum Bosnienkrieg, die mit Fotografien das Ausmaß des Elends in Sarajevo dokumentiert, die dazu aber auch Zahlen und Fakten liefert. Außerdem haben die Schüler ein Gedicht geschrieben, in dem sie sich der literarischen Sprache des Lyrikers ebenso bedienen wie der für ihn typischen Wortwahl.

Eine besondere Idee hatten Julian Günther und Janek Raßloff: Statt einen eigenen Inhalt zu kreieren, haben die beiden Schüler passende Rahmen zu zwei Gedichten von Stevan Tontić aus Styropor, Lehm, Steinen und Farbe gestaltet. Ergänzt wird die Ausstellung um einige Arbeiten von Schülern der Oberschule am Steegenwald in Lugau, die sich ebenfalls künstlerisch mit dem Preisträger auseinandergesetzt haben.

Das Schülerprojekt zur Verleihung des Reiner-Kunze-Preises wird am morgigen Donnerstag, um 17.30 Uhr im Beisein von Stevan Tontic in der Stadtbibliothek vorgestellt. Im Anschluss ist eine halbstündige Lesung mit Reiner Kunze geplant. Anmeldungen sind erwünscht unter Ruf 03729838700. Die Ausstellung ist bis Ende Juni in der Stadtbibliothek zu sehen.

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