Betagte Hundedame mag kurze Spaziergänge

Tierheimsenioren: Einige Bewohner des Stollberger Tierheims "Waldfrieden" sind schon betagt - darum wäre eine baldige Vermittlung wichtig. Mischlingshündin Sina gehört zu ihnen, nachdem sie ihr Frauchen nicht mit ins Betreute Wohnen nehmen konnte.

Stollberg.

Das letzte Zimmer ist Sinas Reich. Sie schaut von drinnen durch die Glastür, dass es jedem Hundefreund das Herz erweicht. Ein niedlicher, treu blickender Westi-Mischling ist Sina - der schon einiges in seinem Hundeleben hinter sich und zuletzt sein Frauchen verloren hat. Denn die hat ihn schweren Herzens ins Tierheim bringen müssen, weil sie den kleinen Vierbeiner nicht mit ins Betreute Wohnen nehmen konnte, erzählt Susann Scheibner, Vorsitzende des Stollberger Tierschutzvereins, der das Tierheim "Waldfrieden" betreibt.

Genaugenommen hat die ältere Dame die Hündin zurückgebracht, denn Sina lebte schon einmal im "Waldfrieden". Wie Susann Scheibner berichtet, war Sina von einem polnischen Tierschutzverein aus einer Kettenhaltung gerettet worden. "Damals wurde bei uns angefragt, ob wir sie aufnehmen können", erklärt sie. So kam die kleine Hündin 2015 aus Polen nach Stollberg. Neun Jahre war sie damals, also schon kein Jungspund mehr.

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Noch im gleichen Jahr gelang es dem Tierheim, Sina zu vermitteln - an jene ältere Dame, die sie jetzt nach etwa drei Jahren wiederbringen musste. Zunächst habe sie den Hund wegen eines anstehenden Krankenhausaufenthaltes in die Pension gebracht, erzählt Scheibner. Dann sei die Entscheidung mit dem Betreuten Wohnen gefallen. "Wenn wir ein Tier vermitteln, und der neue Besitzer kommt später in eine Notlage, bieten wir immer an, dass er sich mit uns in Verbindung setzen kann", erklärt die Tierheimchefin. Nun ist Sina also wieder da, sollte aber möglichst schnell vermittelt werden. Denn die mittlerweile 13Jahre alte Hundedame benötigt viel Aufmerksamkeit. "Sie schafft keine große Runde mehr, aber man merkt, dass sie gern spazieren geht", sagt Scheibner. Sina erkunde gern die Umgebung, weshalb mehrere kurze Gassigänge gut wären. Zudem plagen die kleine Hündin schon einige "Zipperlein": Sie hört schwer und hat Knieprobleme. Wegen letzterer empfiehlt die Tiertherapeutin, nicht nur ebene Strecken mit dem Hund zu laufen, sondern auch ab und zu bergan. Da Sina auch leichte Hautprobleme hat, sei man gerade dabei, das Futter umzustellen, weil man eine Futtermittelallergie vermutet. "Wir hoffen, dass wir das auf diese Weise hinkriegen."

Wer Interesse an Sina oder einem anderen Bewohner des Tierheims hat, kann sich zu den Öffnungszeiten umschauen und informieren, erklärt Susann Scheibner.

www.tierschutzstollberg.de

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