Bilanz für Flohmarkt fällt verhalten aus

Seit einem Jahr wechseln im Schlachthof regelmäßig gebrauchte Dinge den Besitzer. So richtig in Gang kommen will das Angebot allerdings nicht.

Stollberg.

Es sammelt sich im Laufe der Jahre so viel an, aber zum Wegwerfen ist das meiste zu schade. Für Kathrin Fürbringer und ihren Sohn Paul war das ein Grund, sich für den Indoor-Flohmarkt im Stollberger Kulturobjekt Schlachthof anzumelden. Von Büchern und Überraschungseierfiguren über Spiele, Holzspielzeug und Lego bis zu Parfüm, Taschen und Schuhe reichte das Angebot. "Die Wippe ist das letzte Überbleibsel aus der Babyzeit des Sohnes, der inzwischen 13 ist", erzählt die Lichtensteinerin. Leid tut es dem Siebtklässler nicht, wenn seine alten Spielsachen einen neuen Besitzer finden. Schließlich freut er sich über eine Aufbesserung des Taschengeldes. "Etwas Geld kommt aber auch in die Urlaubskasse, davon profitiert die ganze Familie", so Kathrin Fürbringer.

Unter dem Motto "Stöbern, Staunen, Stehen bleiben" wechselte gestern in einem sehr speziellen Ambiente Gebrauchtes von privat für privat den Besitzer. Nach einem eher zögerlichen Beginn fanden doch noch zahlreiche Besucher den Weg in den ehemaligen Schlachthof. Von 15 angemeldeten Anbietern boten letztlich zehn ihre Waren an. "Das ist eigentlich schade, wir hatten auf mehr gehofft. Zumal genügend Platz vorhanden ist", räumte Jasmin Grötsch, Mitglied des Schlachthofvereins, ein. Dabei sind mit ausreichend Parkplätzen, angenehm temperierten Räumen und Getränkeservice die Bedingungen gut. Und trotzdem: Nach einem furiosen Start dieser Reihe ist das Resümee nach einem Jahr eher durchwachsen. "Es fehlt die Kontinuität. Mal waren viele Händler und wenig Besucher da, ein andermal war es umgekehrt." Doch der Verein will nicht aufgeben: "Das Konzept ist auf jeden Fall eine Bereicherung für die Stadt und soll auch in diesem Jahr beibehalten werden", versicherte Jasmin Grötsch.

"Jetzt nach Weihnachten ist vielleicht auch in manchen Familien das Geld knapp", vermutet Ines Reimann. Die Anbieterin eines bunten Sammelsuriums aus Hausrat und allerlei Dingen, für die sie selbst keine Verwendung mehr hat, will mit den Einnahmen den Kindern kleine Extrawünsche erfüllen. "Ob ich mich für den nächsten Indoor-Trödelmarkt in Stollberg wieder anmelde, weiß ich allerdings heute noch nicht", sagte die Chemnitzerin. Eine Entscheidungshilfe wird der Kassensturz nach dem gestrigen Tag.

Für Laura und Nelly Haehnel aus Thalheim hat sich der Besuch des Trödelmarktes jedenfalls gelohnt. Schon am ersten Stand waren sie fündig geworden. Die zwölfjährige Laura hat sich ein kleines weißes Auto ausgesucht und ihre drei Jahre jüngere Schwester Nelly freut sich über einen Flummi aus der Serie "Eiskönigin".

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