"Blues Brothers" rocken die Greifensteine

Ein Kultfilm mit Kulthits - adaptiert für die Bühne. Ein Rezept, mit dem das Ensemble des Eduard-von-Winterstein-Theaters im vorigen Sommer sehr erfolgreich war. Deshalb soll dieses Jahr nachgelegt werden - aber dieses Mal amerikanisch.

Ehrenfriedersdorf.

1980 kam die Geschichte um die Entstehung der legendären amerikanischen The Blues Brothers in die Kinos und eroberte die Welt. In diesem Sommer nun schicken sich Philipp Adam und Marvin Thiede als ungleiches Brüderpaar Jake und Elwood Blues an, die Freilichtbühne an den Greifensteinen zu erobern. Am Samstagabend starten sie ihren wohl größten Coup - dann hat das Stück auf der Felsenbühne Premiere. Doch nicht nur die beiden Hauptdarsteller drücken der Inszenierung ihren Stempel auf. Es ist vor allem die Musik, die diese Komödie so legendär gemacht hat. Und für die wurde eigens eine Live-Band zusammengestellt, die unter der Leitung von Markus Teichler zu den Aufführungen in verschiedenen Besetzungen spielt.

"Die Musikstücke sind in dieser Inszenierung das Salz in der Suppe", sagt der Dirigent, Pianist, Musikwissenschaftler und Arrangeur und ergänzt: "Das ist ein großes Konzert mit ein bisschen Szene drumherum." Ein Konzert, das monatelange Vorbereitung erfordert. Denn die Musik muss für die Band neu arrangiert werden. "Das kann man nicht acht Stunden am Tag machen. Da sind irgendwann die Ohren zu", erklärt er. Zumal solcherlei Arbeiten immer nur neben den nahezu täglichen Aufführungen und allen dazugehörigen Proben geleistet werden können. Aus deshalb sagt er ganz deutlich: "Das ist nicht die große Kunst, aber es muss passen."


Und dafür ist neben der langen Vorarbeit dann auch noch eine akribische Feinabstimmung notwendig, die wiederum in der knapp bemessenen Probenzeit realisiert werden muss. Und da müssen dann auch schon mal Regisseur Axel Poike - er hat für die vorangegangenen Greifenstein-Festspiele bereits "Heißer Sommer" inszeniert - und Tanzchoreografin Kirsten Hocke mit ihren Wünschen an die Schauspielerinnen und Schauspieler zurückstecken. "Das ist eine musikalische Probe", mahnt Markus Teichler ruhig, aber bestimmt zur Disziplin. Denn das weiträumige Bühnengelände und die felsige Kulisse stellen zusätzliche Herausforderungen für Musiker und Techniker dar. Da kann schon die Kommunikation untereinander mitunter problematisch werden. "Durch die langen Distanzen kommt manches erst mit Verzögerung beim Gesprächspartner an", nennt Markus Teichler ein Beispiel. Doch die erfahrenen Musiker an Gitarre und Schlagzeug, Keyboard und Bass, Saxophon, Trompete und Posaune geben ihr Bestes, auch wenn im engen Technikcontainer viel Improvisationstalent gefragt ist.

"Blues Brothers" die Rhythm-and-Blues-Night mit Liveband hat am morgigen Samstag Premiere. Vorstellungsbeginn ist um 21 Uhr. Weitere Aufführungen stehen am 10.August, ebenfalls ab 21 Uhr, sowie am 17., am 23. und am 31. August - dann jeweils ab 20 Uhr - auf dem Spielplan. Karten gibt's im Servicebüro.


Die Inszenierung

Jake Blues wird aus dem Gefängnis entlassen. Sein Bruder Elwood holt ihn ab - in einem ausgemusterten Polizeiauto. Sie fahren in das Waisenhaus, in dem sie aufgewachsen sind, um mal wieder bei Mutter Oberin vorbeizuschauen. Doch die hat schlechte Laune, denn wenn das Waisenhaus nicht sehr bald seine 5000 Dollar Steuerschulden bezahlt, wird es geschlossen. Jake und Elwood bieten an, die Summe zu beschaffen. Aber mit schmutzigem Geld will die Oberin nichts zu tun haben. So bleibt den Ganoven-Brüdern dieses eine Mal nur ein Weg: auf ehrliche Weise Geld verdienen. Aber wie? Da hat Jake eine göttliche Eingebung: Die alte Band muss wiederbelebt werden, um die nötigen Dollars zusammenzurocken.

Neben den beiden Hauptdarstellern Philipp Adam und Marvin Thiede sind unter anderem Isa Etienne Flaccus, Marie-Louise von Gottberg, Gisa Kümmerling, Christine Zart, Maurice Daniel Ernst, Michael Junge, Olaf Kaden, Udo Prucha und Nenad Žaniæ zu erleben. Regie führt Axel Poike. Das Ensemble tanzt nach der Choreografie von Kirsten Hocke. Bühnenbild und Kostüme hat Tilo Staudte entworfen.

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