Buchdruckerei-Museum zum Anfassen

Die Burkhardtsdorfer haben sich für das erste Adventswochenende etwas besonderes einfallen lassen: Weihnachtskarten. Das ist gut angekommen.

Burkhardtsdorf.

Mit gemütlichem Beisammensein in der Hutzenstube, Basteln für Kinder, einer Ausstellung des Hobby-Fotografen Marcel Roth mit Burkhardtsdorfer Ansichten zur Winter- und Weihnachtszeit sowie Vorführungen an mehr als 100 Jahre alten Maschinen hat das Buchdruckereimuseum am Sonntag Besucher auf die Adventszeit eingestimmt.

Passend zur Vorweihnachtszeit hatten die derzeit 15 Mitglieder des Geschichts- und Kunstvereines Weihnachtskarten, Geschenkanhänger und Wunschzettel in verschiedenen Ausführungen vorbereitet. Die Unikate mit den Motiven Räuchermann, Pyramide und Bergmann sind von den ehrenamtlichen Mitarbeitern auf grün, rot oder grau lackierten Karton vor Ort zum Zuschauen geprägt worden. "Die Karten sehen sehr edel aus. Das ist mal was anderes als die Einheitsmodelle, die es zu kaufen gibt. Mit den handgedruckten Exemplaren kommen die Grüße viel persönlicher rüber", meinte Erika Göbel aus Einsiedel.

"Aus den restlichen Transferfolien können noch Windlichtlaternen gebastelt werden", erklärt Roger Pauliok. Der Adorfer ist seit zwei Jahren im Verein aktiv. Er hat in einem Projekt mit dem jungen Freizeit-Poeten Maximilian Opitz einfache Kartons durch Gedichte und Texte aufgewertet. Und auch die Vereinsmitglieder entwickeln Ideen weiter. So wurden jetzt beim Aufräumen uralte Karten gefunden, bei denen die Farben grün und schwarz genau übereinander liegen. Das ergibt einen besonderen Effekt. "Es ist für uns ein Novum und das hinzubekommen eine echte Herausforderung, aber wir tüfteln dran", sagte Vereinsmitglied Gabriele Nölting.

Wer mochte, konnte am Sonntag die alte, aber immer noch gängige Technik selbst ausprobieren. Das fand besonders der Nachwuchs toll. Mit Unterstützung von Patrick Kunz gelangen Lea, Kai, Leni und Hanna auf Anhieb perfekte Karten. "Es hat Spaß gemacht und war gar nicht schwer", so die Kinder.

Auch Gabriele Beyer genoss den Einblick in die Buchdruckertechnik. "Meine Mutter hat in einer Druckerei in Chemnitz gearbeitet und ich durfte manchmal zusehen. Als Kind fand ich das faszinierend", erinnert sich die Adorferin. "So eine Tiegelpresse wie hier zu sehen ist, war in dem Betrieb auch im Einsatz." Die Buchhändlerin setzt für die Pflege und den Erhalt der deutschen Sprache ein. Gabriele Beyer ist Mitglied im Bund für Deutsche Schrift und Sprache, gibt Kurse in alter Schrift wie Sütterlin. "Ich finde das sehr wichtig, sonst wird die Zeit kommen, in der das niemand mehr lesen kann. Das wäre sehr schade."

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