Bushäuschen, Kinos, Cafés - Schüler zeigen ihre Visionen

Jugendliche aus der Region haben sich als Architekten versucht. Ihre Ideen sind nicht nur für die Schublade.

Lugau/Burkhardtsdorf/Neukirchen.

Aufregung hat am Donnerstagmorgen in der Alten Baumwolle in Flöha geherrscht: 177 Schüler aus zehn Schulen stellten ihre Ergebnisse des Projekts "Architektur macht Schule" vor. Darunter waren auch drei Einrichtungen aus dem Altkreis Stollberg: die Lugauer Oberschule Am Steegenwald, die Evangelische Oberschule Burkhardtsdorf und die Neukirchener Oberschule.

Lugau: Während die meisten Modelle, die in Flöha präsentiert wurden, Theorie bleiben, setzen sich die Lugauer Oberschüler dafür ein, dass ihre Idee umgesetzt wird. Ihren Entwurf eines Bushäuschens wollen sie im Stadtrat präsentieren. "Das ist sehr, sehr dringend", sagte Susann Popp, die Lehrerin, die das Projekt betreut hat. Im Winter frieren die Schüler, wenn sie auf den Bus warten, bei Regen werden sie nass. Auch die Lehrer leiden darunter.


In einem kurzen Film wurde gezeigt, wie aus Bleistiftskizzen genaue Entwürfe und schließlich dreidimensionale Modelle hervorgingen. Das Bushäuschen soll eine moderne, geschwungene Form haben. "Die Schule ist schon so eckig. Wir wollten mehr Bewegung", sagte Lydia Küttner, die 14 Jahre als ist und die 8. Klasse der Oberschule besucht.

Wie teuer das Bushäuschen wäre, konnte Wieland Petzoldt, der betreuende Architekt, noch nicht sagen. Bei den Berechnungen werde jedoch das Material eine wichtige Rolle spielen. Laut Petzoldt könnte Holz oder - kostspieliger - Textilbeton verwendet werden. Wann sich die Lokalpolitik mit den Entwürfen befasst und welche Chancen auf eine Umsetzung bestehen, ist offen. Aber Bürgermeister Thomas Weikert sagte: "Klar wollen wir das im Stadtrat sehen."

Burkhardtsdorf: Die Burkhardtsdorfer haben sich Gedanken um das Scala gemacht, ein altes Kino, das seit den 1990er Jahren ungenutzt im Dorfzentrum verfällt. Im ersten Schritt machten sich die Schüler ein Bild vom Zustand des Gebäudes, das nahe der Zwönitz steht und von Hochwasser-Fällen gezeichnet ist. Dann recherchierten sie Erinnerungen und Ideen, die Einwohner mit dem Skala verbinden. Dazu organisierten sie Umfragen.

Die verschiedenen Entwürfe der Schüler beruhen alle darauf, dass das Scala abgerissen und ersetzt wird. Auf dem Gelände könnten stattdessen Spielplätze, eine Kirche, ein Wasserspiel oder eine Freilufttheaterbühne entstehen.

Laut Bauleiter Jörg Spiller verhandelt die Gemeinde noch mit einem Investoren. Er plant, Wohnungen in dem Gebäude einzurichten. Derzeit sei das Projekt jedoch auf Eis gelegt. Ein Abriss steht also nicht zur Debatte, was laut Jörg Spiller auch schwierig wäre, denn die Anlage ist zum Teil denkmalgeschützt. Neukirchen: Die Neuntklässler der Oberschule hatten nach Lösungen für die Herrenmühle gesucht. Die Mechanik funktioniert noch, aber das Gebäude muss saniert werden. Geht es nach den Schülern, dann würde die Anlage in einen Jugendtreff, ein Clubkino, einen Mehrzweckraum oder in ein Café umgebaut werden. Vorschläge, die sie der Gemeinde nun unterbreiten wollen.


Die Wahrnehmung vertiefen

Fünf Regionen des Dorfentwicklungsprogramms Leader beteiligten sich an "Architektur macht Schule": Die Zwönitztal-Greifenstein-Region, das "Tor zum Erzgebirge", die Erzgebirgsregion Flöha- und Zschopautal, das Zwickauer und das Schönburger Land.

Partner bei der Umsetzung ist die Stiftung sächsischer Architekten.

Je Schule unterstützte ein Architekt die Projekte. Schüler zwischen 14 und 18 Jahren sollten auf diese Weise für Baukultur begeistert, ihre Wahrnehmung von Stadt- und Freiräumen vertieft werden. (pc/vh)

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