Chortreffen zeigt die Vielfalt der hiesigen Sängerszene

Einblicke ins Können der regionalen Ensembles hat erneut das Chorsingen im Bürgergarten gegeben. Der Burkhardtsdorfer Chor viva la musica hat mit einem besonders extravaganten Auftritt überrascht.

Stollberg.

Sechs Chöre haben sich in diesem Jahr bei "Alles singt" im Bürgergarten präsentiert. Das sind nicht alle Ensembles, die es gibt. Und es sind nicht alle Ensembles, die gern dabei gewesen wären. Doch für Bürgergarten-Chef Christian Ahner ist es eine bewusste Deckelung: "Wir beschränken uns auf sechs Chöre, weil das sonst zu sehr aus dem Ruder läuft." Nach dem gemeinsam gesungenen Auftakt-Lied "Liebe, lebe, lache" konnte sich jeder Chor mit fünf Liedern präsentieren. Eines davon sollte das Publikum zum Mitsingen animieren.

Zum Auftakt war der Stadtchor Thalheim unter Leitung von Uta Loth zu hören. Geboten wurde ein Mix vom zeitgenössischen "Vivat Musica" über den traditionellen Schwammemarsch bis zum Monty-Python-Klassiker "Always Look on the Bright Side of Life". Neu in diesem Jahr war, dass jeder Chor seine eigene Moderation lieferte. Katja Kircheis nutzte das, um zu einem Highlight einzuladen: Am 8. Dezember ist der Thalheimer Stadtchor beim Großen Chorsingen im Leipziger Gewandhaus zu erleben.

Dem traditionellen Einstieg folgte ein Auftritt, wie man ihn bei "Alles singt" noch nicht erlebt hat: Anstatt in der üblichen, einheitlichen Chorkleidung traten die Mitglieder des Burkhardtsdorfer Chors viva la musica überraschend im Charleston-Look auf. In Anbetracht dessen, was das Ensemble dann bot, war diese Extravaganz vollauf berechtigt. Als Einstieg gab es den Ilse-Werner-Hit "Wir machen Musik", danach zum Mitsingen "Wochenend und Sonnenschein". Begeistert hat der Chor unter Leitung von Silvia Krauß nicht allein durch seinen feschen und frechen Gesang, sondern auch mit seiner gelungenen Körpersprache und saloppen Tanzeinlagen, wie sie bei Chören durchaus selten zu bewundern sind. Ein durch und durch mitreißender Auftritt.

Der Niederwürschnitzer Frisch-Auf-Chor unter Leitung von Harald Strietzel war dann wieder etwas für Traditionalisten. Von "Am Brunnen vor dem Tore" bis zu "Kein schöner Land" reichte hier das Repertoire. Der Frauenchor Adorf unter Leitung von Uta Loth konnte anschließend mit "Eine kleine Nachtmusik" punkten, ehe es beim Auftritt der Harmonie Hohndorf noch einmal überraschend wurde. Chorleiterin Silke Steiert wollte schon den Einsatz geben, als eine verspätete Choristin hereinstolperte und vermeintlich mit ihrer Mutter telefonierte. Ein gelungener Gag, mit dem der erste Titel humoristisch angekündigt wurde, denn geboten wurde das Lied "Ein Handy ist sehr nützlich".

Nachdem sich die Harmonie mit dem Karat-Song "Über sieben Brücken musst du geh'n" verabschiedet hatte, war schließlich noch der Stollberger Volkschor zu erleben. Vor einem Jahr hat Jens Delling die Leitung des Ensembles übernommen. Inzwischen hat der Chemnitzer Gymnasiallehrer dem Chor spürbar seine Handschrift gegeben, und dies im besten Sinne. Pointierte Mehrstimmigkeit und die ausdrucksstarke Interpretation eines russisches Kirchenlied stellten den Abschluss des Liederreigens dar, ehe nach zweistündigem, abwechslungsreichem und stimmungsvollem Konzert als letztes Lied von allen Chören der Steigermarsch angestimmt wurde.

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