Christliche Motorradfahrer ziehen von Chemnitz ins Erzgebirge

Den bislang am Stausee Rabenstein abgehaltenen Gottesdienst für Biker wird es an diesem Ort nicht mehr geben. Aber entfallen soll diese Art der Zusammenkunft auch künftig nicht.

Chemnitz/Marienberg.

Sie fahren Motorrad, glauben an Gott und halten Gottesdienste unter freiem Himmel ab - die Mitglieder vom Verein Christlicher Motorradfahrer Sachsen (CMS). Über eine lange Zeit hinweg haben sie ihre religiöse Zusammenkunft zweimal jährlich in Chemnitz auf dem Areal am Stausee in Rabenstein organisiert. Doch nun soll das ein Ende haben, zumindest an dieser Stelle.

Denn der Verein denkt nicht daran, die Praxis der Gottesdienste ganz aufzugeben, sondern will sie an einem anderen Ort fortzusetzen. Ein neuer Platz für die Gottesdienste ist auch schon gefunden. Die Motorradfahrer wollen nun in Zukunft Marienberg ansteuern, um sich im Ortsteil Gelobtland zu versammeln und damit auch ihre Tradition der Gottesdienste unter freiem Himmel fortzusetzen.

"Die Bergstadt bekommt einen neuen Kulturhöhepunkt mit dem ersten Motorradfahrergottesdienst am Rätzteich", sagt Roberto Jahn. Er ist nicht nur Stadtrat in Marienberg, sondern auch Motorradfahrerseelsorger und Geschäftsführender Referent beim Verein der Christlichen Motorradfahrer Sachsen. Mit Rückblick auf die vergangenen Jahre der Zusammenkünfte in Chemnitz erklärt Jahn, dass sich der Verein nach 50 Veranstaltungen in Rabenstein dazu entschlossen habe, nach Gelobtland umzuziehen. Zu den Gründen der Entscheidung, sich in Zukunft an einem anderen Platz zu treffen, erklärt Jahn, dass es am Stausee in Rabenstein einige Probleme organisatorischer Art gab. "In den 25 Jahren am Stausee wechselten ständig die Zuständigkeiten", erläutert er und fügt hinzu: "Es ist immer schwieriger geworden - unter anderem auch die Situation mit den Parkplätzen. Damit wuchs auch die Unzufriedenheit." Auch deshalb, so sagt der Bikerpfarrer, hätten sich die Organisatoren letztlich dazu entschlossen, sich nach Alternativen umzuschauen. Das sei laut Jahn aber nicht besonders einfach gewesen. Mehrere Varianten und Ideen für Treffpunktplätze mussten verworfen werden, weil die Biker nach einem Gelände suchten, das verschiedene Anforderungen erfüllen sollte. Eine davon war, dass der neue Ort zulässt, die Gottesdienste auch die nächsten zehn Jahre an dieser Stelle feiern zu können. Schließlich sei der Vorschlag Rätzteich gefallen. "Wir haben damit offene Türen eingerannt", sagt Jahn. Sowohl die Stadtverwaltung als auch der ATSV Gebirge/Gelobtland, auf dessen Areal sich die Biker versammeln wollen, begrüßten die Idee. So kommt es nun am dritten Septemberwochenende dazu, dass die Motorradfahrer am neuen Standort am Rätzteich gastieren. Jahn rechnet mit mehreren Hundert Teilnehmern. In Chemnitz seien zu guten Zeiten sogar Tausende Besucher gekommen.

Ab kommenden Freitag werden die ersten Motorradfahrer anreisen, um gemeinsam das Wochenende zu verbringen. Am Sonnabend startet 10 Uhr die Ausfahrt durch das Erzgebirge, erklärt Jahn. 19.30 Uhr folgt das Konzert der christlichen Rockband "Heaven's Gate". Sowohl Freitag als auch Samstag tragen die CMS-Mitglieder ab 22 Uhr Reiseberichte vor. Höhepunkt des anstehenden Treffens ist am Sonntag der Biker-Gottesdienst um 10 Uhr auf dem Parkplatz am Wald gegenüber vom ehemaligen Tourismuszentrum. "Eingeladen sind alle, ganz egal ob sie mit zwei, drei oder vier Rädern anreisen", so Motorradfahrerseelsorger Jahn. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen an den drei Tagen ist frei.

Der Verein CMS zählt aktuell rund 230 Mitglieder. Seine Gottesdienste stehen nicht nur Motorradfahrern offen, sondern wenden sich an alle, die an diesem Gottesdienst teilnehmen möchten. (mit reu)

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